Aachen: Im Schweizer Hof checkt die Stadt jetzt Flüchtlinge ein

Aachen : Im Schweizer Hof checkt die Stadt jetzt Flüchtlinge ein

Ilker Simons kann sich freuen. Denn als Vertreter der Reaq-Immobilien GmbH, die zusammen mit dem Mietvertragspartner L10 GmbH den Schweizer Hof an der Monschauer Straße betreibt, hat er sein Hotel für die nächsten zehn Jahre ausgebucht.

Möglich gemacht hat das die Stadt Aachen, die das komplette Hotel für ein Jahrzehnt gemietet hat, um dort Flüchtlinge einzuchecken

Nach einer Dringlichkeitsentscheidung der Mehrheitsfraktionen kurz vor Weihnachten, wurde ein entsprechender Mietvertrag zwischen Weihnachten und Neujahr vorbereitet, der mit einer symbolischen Schlüsselübergabe von Ilker Simons an Jörg Crumbach vom städtischen Gebäudemanagement besiegelt wurde.

Der Stadt stehen damit ab sofort 86 Hotelplätze zur Unterbringung von regulär zugewiesenen Flüchtlingen zur Verfügung. Durch Umbau des Hotel­­­bereichs inklusive der Tagungs- und Seminarräume sollen so schnell wie möglich mehr als 50 weitere Plätze geschaffen werden. „Davon nicht betroffen sind die Sport­­mög­­­lichkeiten in dem Haus“, betont Evelyn Wölk vom städtischen Presseamt. Die ersten Flüchtlinge sollen bereits am Freitag in den Schweizer Hof einziehen.

Doch diese Plätze reichen bei weitem nicht aus, den Bedarf der Stadt zu decken, denn der Flüchtlingszustrom nach Aachen hält weiter an. „Wir gehen im Januar von etwa 30 neuen Flüchtlingen pro Tag aus, die uns regulär zugewiesen werden“, prognostiziert Wölk. Hinzu komme eine „Summe X, die sich aus Folgeanträgen, unerlaubten Einreisen und minderjährigen Flüchtlingen, die volljährig werden zusammensetzt“, sagt Wölk, „so dass wir im Januar von circa 650 neuen Flüchtlingen ausgehen.“

Untergebracht werden sollen diese nach Auskunft von Evelyn Wölk im ehemaligen Versorgungsamt in der Turpinstraße, in der Turnhalle Königstraße, im ehemaligen Labortrakt der Schule Kaiserstraße, in der ehemaligen Kita am Kronenberg, im Haus der Jugend in Kalverbenden sowie in verschiedenen Einzelwohnungen im Stadtgebiet.

In solchen Wohnungen sind bereits 1300 schutzsuchende Menschen dezentral untergebracht. Rund 200 der zugewiesenen Flüchtlinge, fast ausschließlich alleinstehende Männer, leben in Turnhallen (Obere Drimborn-straße, Haarbachtalstraße, Königstraße), weitere 1000 Menschen in Übergangswohnheimen.

Die Stadt erhofft sich durch die Fertigstellung von Wohnungen durch die Gewoge, durch die Anmietung eines Gebäudes in der Debyestraße sowie die Belegung von mobilen Wohneinheiten auf dem Gelände der Leo-Löwenstein-Kaserne eine gewisse Erleichterung in der Unterbringung der Flüchtlinge in Aachen. Weitere Kapazitäten in städtischen Turnhallen müssen aber für den Notfall freigehalten werden, betont Evelyn Wölk.

Zurzeit leben 2560 regulär zugewiesene Flüchtlinge in Aachen. Hinzu kommen 1060 Menschen in neun Notunterkünften des Landes und 670 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.

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