Aachen: Im Herbst beginnt der Abriss am Gregorius-Haus

Aachen: Im Herbst beginnt der Abriss am Gregorius-Haus

Auch Häuser können revitalisiert werden. So eine Wiederbelebungsmaßnahme in Aachen nimmt allmählich konkrete Formen an. Zwei leitende Abgesandte des Investors Interboden-Gruppe stellten ihre Pläne für das Gregorius-Haus in der Weyhestraße vor, das einst die Hochschule für Kirchenmusik beherbergte.

In Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Mescherowski werden dort 40 Eigentumswohnungen verschiedener Größen und Formen entstehen. Dabei sind neun Penthäuser und sechs „Haus-in Haus”-Wohnungen, die einem ganzen Haus ähneln. Das alles in gehobener Ausstattung, in Größenordnungen von 65 bis 200 Quadratmetern Wohnfläche und für 190.000 bis 600.000 Euro zu haben. Das entspricht einem Quadratmeterpreis von 3000 Euro.

„Wir wissen, dass wir uns im oberen Preissegment bewegen”, erläuterte bei einer Pressekonferenz Projektleiter Christoph Irmisch, „in Aachen gibt es nicht viel hochwertiges Wohnangebot.” Schließlich will der Investor 15,5 Millionen Euro locker machen für den Bau von insgesamt 4800 Quadratmetern Wohnfläche auf einem Gelände von 3250 Quadratmetern.

Sämtliche Bauteile des bestehenden Gemäuers sollen entkernt, Wohnheim und gewerblich genutzte Häuser abgerissen werden. Ein Drittel vom Altbestand bleibe bestehen, zwei Drittel Baumasse entstehen neu, erklärte Irmisch.

Zur Energieversorgung bauen die Investoren ein erdgasbetriebenes Blockheizkraftwerk, in der geplanten Tiefgarage finden 51 Fahrzeuge Platz. Als Zielgruppe schwebt Detlef Bloch, Leiter Vertrieb und Marketing von Interboden, junge Familien, „Double Income no Kids”-Paare, Hochschulangehörige und Personen der Generation „50/60 plus” vor.

2010 hatte Interboden das Grundstück von der Gregorius-Haus GmbH gekauft, „wegen der interessanten Lage”, so Bloch. Das in Ratingen ansässige Unternehmen hat in Aachen schon Erfahrungen gesammelt mit den Raphaelhöfen. „vom Inhalt her wollen wir Lebenswelten schaffen”, beschrieb Bloch die Firmenphilosophie. „Und zwar durch besondere Architektur und besondere Standorte. Für mehrere Zielgruppen wollen wir kommunikatives Wohnen ermöglichen.”

Besonders gut gefällt ihm der große Innenhof, der ansprechend gestaltet werden soll. Zu diesem Zweck haben Investoren und Architekten den Genius Loci des Bauwerkes ausfindig gemacht. Diesen speziellen „guten Geist” der Anlage sehen sie in der Vorgeschichte begründet. Im 19. Jahrhundert, lange bevor das Bistum die Häuser für die Kirchenmusik innehatte, befand sich dort nämlich eine Kutschenmanufaktur. Mit der edlen Ausstattung knüpfen die Planer nun an die herrschaftlichen Kutschen an, die seinerzeit dort gefertigt wurden. Im Innenhof sollen außerdem einige Gestaltungselemente an die Vergangenheit erinnern. Zum Beispiel gibt es einen kleinen Wasserlauf, der einer Pferdetränke ähneln soll. Und schließlich der Name des Ganzen: Redarius Quartier. „Redarius” heißt auf Latein „Kutsche”.

Heute buntes Programm

In diesem Herbst soll der Bau mit Abrissarbeiten beginnen, mit der Fertigstellung rechnen die Planer für Sommer 2013. Interboden lädt zum Vertriebs-Start ein am heutigen Freitag, 16 Uhr, in die Weyhestraße 16. Interessierte können sich über das Angebot informieren und an einem bunten Programm mit Kutschenfahrt teilnehmen.

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