Aachen: Im Gesundheitsamt gehen nun die Rucksackreisenden ein und aus

Aachen: Im Gesundheitsamt gehen nun die Rucksackreisenden ein und aus

Zugegeben, in Sachen Aachener Heimatkunde brauchen die Betreiber des neuen A&O-Hostels an der Hackländerstraße 5 in unmittelbarer Nähe vom Hauptbahnhof noch etwas Nachhilfe. Denn ursprünglich hatte die Unternehmensgruppe aus Berlin für Montag, 3. März, zur offiziellen Schlüsselübergabe in ihr neues und erstes Haus in Aachen eingeladen.

„Wir wussten ja nicht, dass der Rosenmontag hier so eine große Bedeutung hat“, sagte A&O-Generalmanager Oliver Winter verlegen lächelnd, als dann schließlich am Montag Oberbürgermeister Marcel Philipp den Schlüssel des ehemaligen Gesundheitsamtes an die Hotelbetreiber übergeben konnte.„Herzlich willkommen in Aachen“, begrüßte der OB die Betreiber der Herberge im unteren Preissegment, die sich vor allem an preisbewusste junge Leute, junge Familien, Rucksackreisende und Gruppen richtet, die von ihrer Bleibe nicht wesentlich mehr erwarten als funktionale Betten, eine saubere Dusche und freien Internetzugang. Denn viel mehr ist in den 118 Zimmern mit 360 Betten in dem umgebauten Gesundheitsamt auch nicht zu finden. Eine Übernachtung ist hier entsprechend schon ab zehn Euro möglich.

Mit den Worten „Ihr Erfolg ist auch unser Erfolg“ wünschte OB Philipp dem neuen Haus gutes Gelingen. „Denn Aachen peilt die Eine-Million-Marke an“, sagte der OB. Derzeit stehe man bei etwas mehr als 900 000 Übernachtungen pro Jahr, „und wenn ihre Gäste jetzt zusätzlich dazu kommen, dann ist diese Marke durchaus realistisch“. Bisher habe die Stadt schwerpunktmäßig die Entwicklung von Drei- oder Vier-Sterne-Hotels verfolgt, „aber dieser Bereich ist unglaublich zäh“, berichtete der OB aus Erfahrung. Die Umwandlung des ehemaligen Gesundheitsamt sei hingegen sehr zügig umgesetzt worden. „Ein spannendes Segment“, so Philipp, in dem Aachen bislang nur das Euregionale Jugendgästehaus an der Maria-Theresia-Allee zu bieten habe.

A&O, das bereits 22 ähnliche Hostels in 14 Städten in Deutschland, Österreich und Tschechien betreibt, rechnet in Aachen mit rund 80 000 Übernachtungen. „Der Vorbuchungsstand betrug zur Eröffnung am 28. Februar bereits 10 000 Übernachtungen“, sagte Generalmanager Oliver Winter, „das macht uns zuversichtlich, diese Zahl auch zu erreichen.“

Bestand des AZ gesichert

Das Besondere am Standort Aachen sei der Bunker darunter, berichtete Professor Jürgen Erbach, der als Projektentwickler und Investor der Ipem-Unternehmensgruppe das Gebäude von der Stadt erworben, in einer Bauzeit von knapp sieben Monaten umgebaut und nun für 25 Jahre an A&O vermietet hat. Das dortige Autonome Zentrum habe zunächst befürchtet, keinen Platz mehr im Bunker zu finden. „Doch mit viel Kreativität und Kompetenz hat das AZ nicht nur uns überzeugt“, so Erbach, ein Mietvertrag mit der Stadt Aachen sei abgeschlossen, der Verbleib des Autonomen Zentrums am angestammten Platz langfristig gesichert.

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