Aachen: Im Fall der festgenommenen Hotelbetreiberin landen Polizeiakten im Fokus

Aachen : Im Fall der festgenommenen Hotelbetreiberin landen Polizeiakten im Fokus

Im Fall der von zwei Polizistinnen im Juli 2012 vorübergehend und aus vermutlich fadenscheinigen Gründen festgenommenen Hotelbetreiberin Doris Schmitz-Kück (Hotel am Bahnhof) ging es am Mittwoch vor dem Aachener Amtsgericht weiter.

Der von vielen Zuschauern als „empörender Polizeiübergriff“ empfundene Vorfall verursachte einigen Unmut im Saal - so viel, dass Richterin Andrea Rösch während der Verhandlung auf den Tisch hauen musste und dem Publikum dringend anriet, ruhig zu sein: „Wir sind hier nicht in einem der Fernsehgerichte“, mahnte sie die Beobachter auf den Zuschauerplätzen.

Die Hotelbesitzerin Doris Schmitz-Kück, die damals in der Bahnhofstraße Passanten vor einem ausgerasteten Betrunkenen schützen wollte, war - ihrer Darstellung nach völlig überraschend aus heiterem Himmel und ungerechtfertigt - in die Polizeimaschinerie geraten und soll jetzt einen Strafbefehl über knapp 5000 Euro berappen. Statt den betrunkenen Störenfried zu bändigen, hatte die Polizei die Hotelchefin einkassiert - so die Schilderung der Betroffenen.

Diese saß am Mittwoch wieder nervös bereits eine Stunde vor Prozessbeginn auf dem Gerichtsflur. Der ganze Verlauf dieses in den Augen vieler „unglaublichen Verfahrens“ und die lange Verhandlungsdauer zerren deutlich an ihren Nerven. „Ich bin nervös“, sagte sie; und fügte hinzu: „Hoffentlich ist es heute zu Ende.“ Doch sie wurde erneut enttäuscht.

Denn trotz der zeugenschaftlichen Vernehmung eines Polizeibeamten, der Fachmann für das Textverarbeitungssystem der Behörde ist, war letztlich nicht herauszubekommen, ob an dem gegen Doris Schmitz-Kück geführten Ermittlungsvorgang eventuell manipuliert wurde. Inzwischen waren Verfahren gegen die Polizeibeamtinnen und gegen den Randale-Verursacher bereits ohne Folgen eingestellt worden - nur gegen die mutige Hoteliersfrau nicht. Da im vergangenen Prozesstermin festgestellt wurde, dass elektronische Aktenteile anscheinend verschwunden waren, versuchte das Gericht nun zu klären, ob so etwas möglich sei.

Möglich sei das durchaus, ließ sich der Zeuge ein. Genaues könne jedoch nur der Programmierer erläutern. Weiter könne man ebenso nicht feststellen, wann ein Ursprungsdokument etwa bei der Fertigung eines Aktenvermerks angelegt wurde, schloss der Polizist.

Jetzt wird am 13. Dezember weiterverhandelt, einem Freitag. Hotel-Eigentümerin Doris Schmitz-Kück hofft, dass das vor allem für sie persönlich belastende Verfahren dann doch noch ein glückliches Ende nimmt.

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