Aachen: Im Dezember lässt die Aseag den „NetLiner“ von der Leine

Aachen : Im Dezember lässt die Aseag den „NetLiner“ von der Leine

Sehr kompliziert klingt es nicht: Smartphone raus, Bus bestellen. Sehr kompliziert ist es in der Tat auch nicht: dem digitalen Ruf folgt ein kleiner Bus mit 13 Sitz- und sieben Stehplätzen. Sehr flexibel ist der noch dazu: Der kleine Bus hat keinen festen Fahrplan und keine feste Route, sondern fährt in einem gewissen Rahmen hin, wo die Fahrgäste hin wollen.

Unkompliziert, flexibel und darum erfolgreich: Der von der Aseag „NetLiner“ getaufte Kleinbus, den Fahrgäste bestellen können, ist seit Dezember 2016 bereits mit einigem Erfolg in Monschau unterwegs. Ab dem 10. Dezember rollt er auch auf Stadtgebiet — im Aachener Süden.

In Monschau hatte der „NetLiner“ nach seiner Einführung zunächst mit Startschwierigkeiten zu kämpfen. So waren Fahrgäste entweder gestrandet oder der Bus war einfach vorbeigefahren, weil die Wartenden nicht extra gebucht hatten. Auch lange Wartezeiten und fehlende Flexibilität monierten einige Nutzer, ebenso wie Probleme bei der Registrierung oder Erreichbarkeit der Hotline. Viele dieser Kinderkrankheiten hat die Aseag in der Zwischenzeit jedoch ausgemerzt oder zumindest verbessert. Mittlerweile laufe das Angebot in Monschau sehr gut und werde hervorragend angenommen, erklärte Aseag-Pressesprecher Paul Heesel.

Der Fahrplanwechsel ist willkommene Gelegenheit für die Aseag, den „NetLiner“ von der Leine zu lassen. Egal ob Fahrgäste aus Lichtenbusch, Schleckheim Kapelle oder Walheim kommen, ob sie in Friesenrath, Schmithof, Nütheim oder Sief zusteigen — der Bus steht in einem bestimmten Zeitraum zur Verfügung. Wer ihn nutzen möchte, muss sich zunächst registrieren. Mit dem NetLiner zusammen kommen umfangreiche Änderungen im Fahrplan und Angebot der Aseag: Für Abo- und Zeitkartenbesitzer wird das eTicket eingeführt. Damit sollen diese Kunden dann auch Car- und Bikesharing-Angebote nutzen können.

An vielen Haltestellen ist das für den ÖPNV zuständigen Tochterunternehmen der Stadt bereits dabei, Liniennummern und Linienzielschilder auszuwechseln. Außerdem heißt es bei der Aseag: „Die ersten Haltestellen in Aachen sind mittlerweile mit dem roten Schild ‚Der CityTakt — alle 7,5 Minuten‘ gekennzeichnet. Zum Fahrplanwechsel werden die Busse auf den Hauptachsen in Aachen im CityTakt und damit durchschnittlich alle 7,5 Minuten fahren.

Bei der Finanzierung des „NetLiners“ hilft der Verkehrsverbund Nahverkehr Rheinland (NVR). In dessen Investitionsprogramm sind die Gesamtkosten einer Maßnahme unter dem Titel „Aufbau eines Kommunikationssystems zur Einführung eines dynamischen Liniensystems (DLS) im Aachener Süden“ mit 200.000 Euro angegeben, 150.000 Euro davon übernimmt der NVR.

Verfügbar ist der „NetLiner“ im Aachener Süden montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr und von 20 bis 23 Uhr. Samstags und sonntags kann man zwischen 8 und 23 Uhr mit dem Rufbus fahren.

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