Aachen: Im Areal der Aachener Tuchfabrik sollen Wohnungen gebaut werden

Aachen : Im Areal der Aachener Tuchfabrik sollen Wohnungen gebaut werden

Einst war im Hinterhof der Charlottenstraße 14 die Heimstatt des legendären Tanzsportclubs TSC Schwarz-Gelb Aachen. Die Formationen (Latein und Standard) des einstigen Deutschen Meisters und mehrfachen Weltmeisters zogen 1990 dorthin in eine Halle des großen Areals zwischen Sophien- und Charlottenstraße.

Dort stehen noch heute die Gebäude einer der zahlreichen Tuchfabriken der Region. Die „Tuchfabrik Aachen“, vormals Süskind und Sternau AG , gab erst im Jahr 1952 auf, dies als Folge der Koreakrise, heißt es in den Annalen. Der Firmensitz zog in die Schweiz.

Nach dem Auszug der Tuchweber und nach diversen Zwischennutzungen machten sich auch die Aachener Tänzer in eine neue, moderne Halle am Grünen Weg auf, damit war das Gelände mit seinen Einfahrten zur Charlotten- und Sophienstraße nun endgültig reif für eine Neubebauung mit Wohnungen, dies selbstredend unter den allgegenwärtigen Auflagen des Denkmalschutzes.

Dabei ist in die Denkmalliste allerdings nur der Wasserturm der Tuchfabrik fest eingetragen. Das Wahrzeichen des Areals wurde von Otto Intze, dem legendären Talsperren-Erbauer und einstigen RWTH-Professor entworfen.

Für die wertvolle Innenlage, die von dem Aachener Investor Gerd Sauren entwickelt wird, sollte zunächst ein Bebauungsplan aufgestellt werden, nun soll jedoch ein Architektenwettbewerb zu einem qualitativ hochwertigen Ergebnis führen.

Einstimmig sprach sich der Planungsausschuss jetzt für die Entwicklung „eines gemischten Quartiers mit Wohnen und Gewerbe im Blockinnenbereich“ aus Das 3,4 Hektar große Areal, das am Rande bereits mit Häusern bebaut ist, soll „maßvoll im Innenbereich nachverdichtet“ werden.

Kerngebiet für die neu zu bauenden Wohnungen und kleinen Gewerbestandorte werden natürlich die 9400 Quadratmeter der alten Tuchfabrik sein, auf deren Umbau man gespannt sein darf. Der Planungsausschuss stimmte mit der Absicht der Investoren überein, einen städtebaulichen Wettbewerb auszuloben. Allerdings wollen die Politiker, dass zwei vom Ausschuss zu benennende Mitglieder in der künftigen Wettbewerbsjury mitstimmen werden.

Der von Norbert Plum (SPD) angeregte Appell an die Planer und Investoren, dort auch öffentlich geförderten Wohnraum zu realisieren, fand ebenfalls die Zustimmung aller Fraktionen. „Wir können sie nicht zwingen, aber es wäre schön“, sagte Plum.

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