Aachen: Im Aachener Kreuz wird‘s jetzt richtig knifflig

Aachen: Im Aachener Kreuz wird‘s jetzt richtig knifflig

An kniffligen und mitunter gefährlichen Stellen mangelt es im Aachener Autobahnkreuz nun nicht. Und ab dem Wochenende wird es mitten in der Großbaustelle noch ein Stück kniffliger und auch gefährlicher.

Damit im Rahmen des Ausbaus des Verkehrsknotens eine — weitere — Brücke gebaut werden kann, muss die A 4 in Richtung Niederlande verlegt werden. Dies geschieht am Sonntag, 30. Juni, ab 15 Uhr. Wieder einmal wird eine Zwischenlösung asphaltiert, dieses Mal für rund ein Jahr. Und Projektleiter Ernst Gombert vom Landesbetrieb Straßen.NRW sagt: „Dadurch entsteht die bislang kritischste Situation der Verkehrsführung im Autobahnkreuz.“

Zentrales Problem für die Straßenbauer und -nutzer: Die derzeit schon recht kurze Zone von wenigen hundert Metern, in der sich Auto-, Lkw- und Busfahrer aus Düsseldorf und Belgien über die A 44 sowie aus Köln über die A 4 im Aachener Kreuz in Richtung Europaplatz beziehungsweise Niederlande einordnen, verkürzt sich nochmals. „Der Einfädelbereich ist nur noch rund 250 Meter lang“, sagt Gomberts Kollege Klaus Erdorf: „Das kann je nach Verkehrsaufkommen ganz schön kurz sein. Doch es geht nicht anders. Das ist nun ein gefährlicher Bereich.“ Besonders heikel dürfte es werden, wenn sich Lastwagenfahrer nicht rechtzeitig einordnen, die Baustellenumfahrung auf der linken Spur befahren und womöglich noch die Fahrbahn wechseln wollen. Gombert und Erdorf appellieren daher vor allem an Berufspendler, rücksichtsvoll zu fahren.

Damit sich vor allem Autos und Laster auch an diesem Nadelöhr in respektvollem Abstand begegnen, werden einige Vorkehrungen getroffen. Tempo 60 ist für den Bereich gesetzt. Zudem soll die Beschilderung optimiert werden. Vor allem wer auf der A 44 aus Düsseldorf ins Kreuz fährt, wird nun noch früher und deutlicher darüber informiert, dass dazu zwei Spuren genutzt werden können. „Zudem setzen wir noch stärker auf die Länderkennungen B und NL. So können auch auswärtige Fahrer früh erkennen, wie sie nach Belgien oder in die Niederlande kommen“, sagt Gombert und hofft, so kurzfristige Fahrbahnwechsel in der seit 2009 laufenden Baustelle möglichst zu verhindern.

Sollte es dennoch häufiger scheppern, hat der Diplom-Ingenieur für den kritischen Kreuzungsbereich einen Plan B in der Schublade. „Wir können uns vorstellen, die Geschwindigkeit auch auf Tempo 40 zu reduzieren“, sagt er. Eine weitere Option sei, dass der Verkehr auf der A 44 von Düsseldorf aus nicht mehr über zwei Spuren ins Kreuz fließt, sondern nur noch über eine. „Dann staut sich der Verkehr morgens zwar wieder bis Alsdorf. Aber die Verkehrssicherheit in der Baustelle geht vor“, betont Gombert.

Die 550 Meter lange Baustellenumfahrung ist nötig, damit Platz für den Bau einer Brücke geschaffen wird. Darüber wird künftig der Verkehr geführt, der aus Düsseldorf und Belgien (A 44) in Richtung Europaplatz (A 544) fährt. Die Gesamtkosten für diesen Teilabschnitt belaufen sich auf rund 4,5 Millionen Euro.