Aachen: IHK ist besorgt wegen der Gewerbesteuer

Aachen: IHK ist besorgt wegen der Gewerbesteuer

Eigentlich haben die Aachener Unternehmen allen Grund, optimistisch auf das Jahr 2014 zu blicken. Die Geschäftslage ist gut, die Erwartungen in Sachen Auftragslage sind es auch, das zeigen die Resultate der am Donnerstag veröffentlichen Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen.

Und doch hat IHK-Hauptgeschäftsführer Michael F. Bayer Sorgen — wegen der geplanten Anhebung der Gewerbesteuer. „Die Einnahmen der Stadt Aachen werden sich verbessern, auch wenn die Gewerbesteuer nicht angehoben wird“, erklärte Bayer. 42 Prozent der befragten Betriebe bewerten ihre Lage als gut, nur 16 sind unzufrieden. 34 Prozent rechnen 2014 sogar mit verbesserten Geschäften. In den letzten fünf Jahren, so betont es Bayer, seien die Gewerbesteuereinnahmen auch ohne eine Anhebung der Steuer um 54 Millionen Euro auf rund 200 Millionen Euro geklettert. Und so werde es ganz sicher weiter gehen.

Dennoch: Die Pläne liegen in Aachen auf dem Tisch. Demnach würde die Gewerbesteuer um 30 Prozentpunkte von 445 auf 475 angehoben. Die Distanz zu den „billigeren“ Nachbarkommunen Baesweiler (409), Herzogenrath (420) und Eschweiler (430) wird deutlich größer. Die Stadt Aachen hebt ihren Satz damit auf den der Stadt Köln. „Klar, in den sogenannten Oberzentren liegen die Sätze immer etwas höher, aber nachvollziehen können wir diesen Schritt nicht“, erklärt Bayer. Und IHK-Geschäftsführer Fritz Rötting sagt: „Gerade große Konzerne verlagern nicht so schnell ihre Standorte, aber bei Entscheidungen über neue Produktionslinien spielt auch die Gewerbesteuer eine Rolle. Und gerade Gründer werden sich zwei Mal überlegen, wo sie ihr Unternehmen aufbauen.“

Die IHK hat nachgerechnet. Macht ein Aachener Unternehmen 100.000 Euro Gewinn, dann müssten 16.500 statt 15.500 Euro Gewerbesteuer gezahlt werden. Das ist ein Prozent des eigentlichen Gewinns.

(tka)
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