Aachen: Ideen der Bürger weiter gefragt

Aachen: Ideen der Bürger weiter gefragt

Das Zwischenergebnis fällt positiv aus: Vor drei Jahren brachten Grüne und Sozialdemokraten die Stadtteilrahmenplanung für das Suermondtviertel auf den Weg. Seitdem ist viel passiert.

Dank Bürgerbeteiligung gab es viele Ideen für das dicht besiedelte Wohngebiet. Und: Die Mehrheitsverhältnisse im Rat haben sich geändert, die SPD ist mittlerweile in der Opposition. Ihr Ratsherr Norbert Plum saß aber am Freitag mit Grünen-Fraktionssprecher Michael Rau und CDU-Ratsfrau Maike Schlick am gleichen Tisch. In seltener Eintracht stellten die drei planungspolitischen Fachleute einige Facetten der aktuellen Rahmenplanung für das Suermondtviertel und - neu mit integriert - den Gasborn vor.

Städtebauförderung

„Wohnen soll dort auch weiterhin möglich sein. Immerhin leben 5000 Leute hier”, sagte Plum. Das Ziel einer künftigen Entwicklung müsse es sein, so Michael Rau, die drei Bereiche Suermondtviertel, Adalbertstraße und Gasborn in ihrer Eigenheit zu weiterzuentwickeln und sie dabei gleichzeitig zu verbinden. So soll in der nächsten Sitzung des Planungsausschusses beschlossen werden, dass im Rahmen eines Dreijahresplans jeweils jährlich mehr als 50.000 Euro für Sofortmaßnahmen aus der maroden Haushaltskasse für die kurzfristige Aufwertung der Viertel zur Verfügung gestellt werden.

„Größere Maßnahmen können dann 2014 in Angriff genommen werden, wenn Landesgelder aus dem Topf der Städtebauförderung Richtung Aachen fließen”, hofft Maike Schlick. Bis dahin soll die breite Bürgerbeteiligung ausgebaut werden, die bislang sehr gut funktioniert habe: „Es hat viele Infoveranstaltungen gegeben, Spaziergänge durch das Viertel, Gespräche mit Planern und das Jugendbeteiligungsprojekt Gib der Stadt Dein Gesicht”, sagte Grünensprecher Rau, „da haben Menschen über ihr Viertel diskutiert, die vielleicht sonst nie zu einer Informationsveranstaltung gegangen wären”. Gerade in dieses Stadterneuerungsprojekt seien viele Ideen von Initiativen und engagierten Bürgern eingeflossen.

Die Kernpunkte der Rahmenplanung stehen unter den beiden Überschriften „Öffentlicher Raum - Bewegungsraum” sowie „Bildungsquartier”. Ausgehend von den Potenzialen des Viertels wie der kompakten Bebauung mit zahlreichen Platzräumen, dem hohen Anteil kultureller Angebote, dem breiten Spektrum unterschiedlicher Bewohner und Besucher sowie der Rolle als Schnittstelle zur City mit hohem Anteil an Passanten müssen, so Rau, „verschiedene Ansprüche zusammengebracht werden. Es geht um ein anständiges Miteinander”.

Um das Viertel aufzuwerten, müsse vor allem der öffentliche Raum verbessert werden, sei es durch die Verringerung des Parksuchverkehrs oder auch der Nutzung einiger Straßen als gefahrfreier Begegnungsraum.

Als Sofortmaßnahmen für die Suermondt-Gasborn-Promenade sind in diesem Jahr unter anderem die Aufwertung des Harscamplatzes (durch Auslichtung), des Suermondtplatzes und des Synagogenplatzes geplant. Dafür stehen inklusive der Kosten für die Bürgerbeteiligung an der Gestaltung und Nutzung des Platzes Schildstraße/Schützenstraße (10.000 Euro) 62.500 Euro zur Verfügung.

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