Aachen: Hundegebell aus dem Container

Aachen: Hundegebell aus dem Container

Viele Passanten an der Altglassammelstelle am Pontdriesch, inmitten Aachens Studentenviertel, waren am Dienstag ziemlich irritiert.

Statt Altglas sollte man in die Container ungewollte Haustiere einwerfen, statt braun, grün und weiß wurden Hunde, Katzen und Kleintiere zur sortenreinen Trennung unterschieden. Im Inneren hörte man einen Hund bellen.

Erst als die empörten Passanten an der Leine zogen, die aus dem Einwurfsloch heraushing, merkten sie: Das Hundegebell war nicht echt. Die Haustiercontainer war eine Inszenierung des Tierheims in Zusammenarbeit mit Studierenden der Fachhochschule Aachen, Fachbereich Gestaltung.

Das Aachener Tierheim möchte darauf aufmerksam machen, dass jährlich über 1500 ausgesetzte Tiere im Aachener Raum gefunden werden. Gerade nach Weihnachten werden viele der verschenkten Vierbeiner auf Raststätten und im Wald ihrem Schicksal überlassen oder gar im Müll entsorgt.

Lutz Vierthaler vom Aachener Tierheim kritisiert: „Die meisten Menschen trennen pflichtbewusst ihren Müll der Umwelt zuliebe. Aber in welchem Verhältnis steht das zum sorglosen Wegschmeißen der eigenen Haustiere?”

Energisch appelliert er an die Vernunft: „Man muss sich vor der Anschaffung eines Tieres der vollen Verantwortung bewusst sein, um nicht danach festzustellen, dass man dieser Aufgabe nicht gewachsen ist.”

Die Idee zu der Inszenierung entstand am Fachbereich Gestaltung der FH Aachen. Die fünf Studierenden Birke Brunker, Markus Clausing, Natascha Ferrest, Christina Koch und Julia Schipper entwickelten unter der Leitung von Professor Christoph Scheller ein Konzept, wie man möglichst kostengünstig und öffentlichkeitswirksam für einen guten Zweck werben kann.

„Wir wollten mit einer unkonventionellen, provokanten Aktion die Öffentlichkeit für diese Problematik sensibilisieren”, so Christina Koch.

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