Aachen: Humorvoller Chefarztwechsel im Luisenhospital

Aachen: Humorvoller Chefarztwechsel im Luisenhospital

"Vielen Dank für alles" und "Ich bin dann mal weg." Mit diesen letzten Worten verabschiedete sich Privatdozent Dr. Hans-Josef Erli vom Luisenhospital.

Zwei Jahre war er dort als Chefarzt tätig und hat in dieser Zeit eine Menge erreicht, wie er selber bei seiner offiziellen Verabschiedung in einem nicht ganz ernst gemeinten "Rechenschaftsbericht" anschaulich verdeutlichte.

"Wir haben den Mund sehr voll genommen und hatten große Pläne", sagte Erli in Erinnerung an seine Anfangszeiten im Luisenhospital. "Aber wir haben es geschafft", fuhr er fort und führte aus, wie sich das unfallchirurgische und orthopädische Leistungsspektrum des Krankenhauses in nur zwei Jahren erweitert hat. Aus einer kleinen Mannschaft sei ein großes Team geworden, das viele Erfolge verbuchen könne: So habe das Luisenhospital die minimalinversiven Verfahren bei den Behandlungen immer weiter ausgeweitet und sei 2008 Referenzklinik für Wirbelsäulen geworden.

"Man könnte meinen, ich setze mich ins gemachte Nest", scherzte Dr. Fridtjof Trommer als Nachfolger des scheidenden Chefarztes und fügte lächelnd hinzu: "Aber zumindest habe ich an dem Nest auch mitgebaut." Trommer war leitender Oberarzt unter Dr, Hans-Josef Erli und will nun den Aufbau der Klinik fortführen, wobei das gesamte operative Spektrum erhalten bleiben soll. Er wolle die Arbeit im Sinne seines Vorgängers nicht nur fortsetzen, sondern auch ausweiten, versprach er.

Laut Werner Georgi, Aufsichtsratsvorsitzender, ist Erli seinem Nachfolger Lehrer, Mentor und Freund gewesen, also so etwas wie ein großer Bruder. Erlis Lebensweg beschrieb er als ungewöhnlich: "Er hat ein glänzendes Abitur gemacht und er bekam den Scheffelpreis für herausragende Leistungen in der deutschen Sprache." So habe Erli schließlich auch zunächst ein Studium der Sprachwissenschaften begonnen, bevor er sich später neu orientierte und Medizin studierte: Seine Promotion schloss er mit summa cum laude" ab, so Georgi. Und wenn der "große Bruder" jetzt nach Berlin gehe und dort die Leitung einer großen unfallchirurgischen Klinik übernehme, so wisse er das Luisenhospital bei seinem "kleinen Bruder" doch in guten Händen.

Bei allen Daten und Fakten und der entsprechenden Ernsthaftigkeit war die offizielle Verabschiedung doch vor allem auch von Humor geprägt: Trommer beispielsweise erlaubte den Gästen einen tiefen Einblick in seine "studentische" Vergangenheit und sorgte mit den entsprechenden Fotos für allgemeine Heiterkeit.

Und auch das ein oder andere Geschenk war wohl nicht ganz ernst gemeint: So beispielsweise der aus einer Gipshand angefertigte Golfschläger. Möglicherweise sehen sich Erli und seine Gäste schon bald in Berlin wieder. Dorthin nämlich hatte Erli sie mit Blick auf die Ausstellung "Königin Luise" im Schloss Charlottenburg eingeladen.