Aachen: Hohe Parkgebühren beim CHIO sorgen für Ärger

Aachen : Hohe Parkgebühren beim CHIO sorgen für Ärger

Wenn Reiter und Pferde im Dressurstadion auf dem CHIO-Gelände zur Musik des Sinfonieorchesters Aachen ihre Choreografien abliefern, dann ist das für Norbert Martinelli immer ein Höhepunkt des weltweit größten Reitsportfestes. Nicht umsonst besitzen er und seine Frau Luise seit Jahren Dauerkarten für „Pferd & Sinfonie“.

Am vergangenen Samstagabend war der Besuch des 72-Jährigen in der Soers allerdings nur mit Einschränkungen ein Vergnügen — was nichts mit der Darbietung im Stadion und alles mit den horrenden Parkgebühren zu tun hat.

25 Euro musste er berappen, um auf dem Parkplatz der Eissporthalle an der Hubert-Wienen-Straße zu parken. Außen. Für den überdachten Innenbereich wären es sogar 30 Euro gewesen. Für drei Stunden Parken. „Das steht nicht in Relation zum Eintrittspreis“, ärgert sich Martinelli. Für einen Stehplatz betrug dieser im Dressurstadion pro Person 18 Euro, für einen Sitzplatz 29 Euro.

Auch beim Aachen-Laurensberger Rennverein (ALRV) hatten sich Gäste empört über die hohen Parkgebühren geäußert, wie Sprecher Niels Knippertz auf Anfrage bestätigt. Allerdings habe der ALRV keinen Einfluss auf die Bewirtschaftung der Parkplätze rund um den CHIO — ob nun durch die städtische Parkhausgesellschaft Apag selbst oder durch zahlreiche private Anbieter, die Stellplätze anbieten.

Der Parkplatz an der Eissporthalle wird dieses Jahr erstmals von der Apag bewirtschaftet. Knapp 5000 Stellplätze hält diese auf 20 Flächen für die Besucher des CHIO bereit. Gegen Gebühr, versteht sich. Dass sich diese für die Eheleute Martinelli und für viele andere an der Eissporthalle am Wochenende auf 25 Euro belief, bedauert Herbert Sliwinski.

„Fälschlicherweise wurde für ‚Pferd & Sinfonie‘ die Gebühr für den ganzen Tag abgebucht“, sagt der Technische Geschäftsführer der Apag auf Anfrage unserer Zeitung. Hintergrund sei ein Zusammenspiel „persönlicher und technischer Fehler“ gewesen, gepaart mit der „Nicht-Anwesenheit von Vorgesetzten“. Eigentlich hätten die Besucher fürs Parken in unmittelbarer Nähe zum CHIO nur 15 Euro zahlen müssen, so Sliwinski. „Wir haben großes Verständnis für die Verärgerung“, sagt auch Apag-Sprecher Paul Heesel.

Deshalb werde man als Entschädigung allen Kunden je nach Wunsch entweder die Differenz erstatten oder einen Gutschein für einen kostenlosen Parkplatz an der Eissporthalle für „Pferd & Sinfonie“ im kommenden Jahr anbieten. Auf der Parkflächenübersicht der Apag — ob gedruckt oder online — ist von dieser ermäßigten Parkgebühr für das Konzert indes nichts zu lesen.

Dass die Parkgebühren nicht nur an der Eissporthalle, sondern generell gestiegen sind, zeigt die Apag-Übersicht allerdings doch. Zwischen zehn und 30 Euro kostet das Tagesticket für den Autofahrer, im Vorjahr schwankten die Gebühren noch zwischen sieben und 20 Euro. Zum Vergleich: Im Parkhaus am Rathaus beträgt der 24-Stunden-Tarif maximal 15 Euro.

So viel müssen Apag-Kunden in der Soers mindestens fürs „VIP-Parken“ zahlen. Der Preis variiert je nach Lage zwischen 15 und 30 Euro. Ein Stellplatz an der Diskothek Starfish an der Liebigstraße kostet hingegen pro Tag zehn Euro. Vor zwei Jahren waren es dort noch sieben Euro. Das entspricht einer Preissteigerung von mehr als 40 Prozent. Den Anstieg begründet Heesel mit „allgemeinen Kostensteigerungen“, etwa für Technik, Personal und das Pachten der Parkflächen.

„Unverschämtheit“

Als „Unverschämtheit“ und „Abzocke“ bezeichnet indes eine weitere Leserin unserer Zeitung diese Preissteigerung — vor allem für Gäste, die weite Strecken auf sich nehmen und auf einen Parkplatz in der Nähe des CHIO angewiesen sind. Schließlich sei der CHIO ein „Volksfest“ und „kein Fest für Reiche“.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Fabelhaft: CHIO 2018 startet mit Konzert „Pferd & Sinfonie“

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