Aachen: Hoffnung für den Recyclinghof im Norden

Aachen : Hoffnung für den Recyclinghof im Norden

Eigentlich war er schon totgesagt, der Recyclinghof Nord. Gute acht Jahre lang hatte der Stadtbetrieb nach einem geeigneten Standort gesucht, um den Aachenern aus Laurensberg, Richterich, der Soers oder Vaalserquartier den langen Weg mit ihren Wertstoffen oder ihrem Sperrmüll zu den beiden bestehenden Recyclinghöfen im Süden des Stadtgebiets — in Eilendorf und Brand — zu ersparen. Vergeblich.

Im September 2016 warf der Stadtbetrieb dann das Handtuch, weil alle diskutierten Standorte — unter anderem Friedhof Hand, Campus Melaten, Stadtgärtnerei Soers, Toledoring, Süsterfeldstraße oder auch Liebigstraße — an verschiedenen Einwänden oder Hindernissen scheiterten. Der Stadtbetrieb spielte den Ball den betroffenen Stadtbezirken zu. Sollten sie halt suchen. Die Richtericher Bezirksvertreter haben den Ball inzwischen zurückgespielt und eine Ackerfläche hinter dem Gewerbegebiet Roder Weg als Standort vorgeschlagen. Der Betriebsausschuss des Aachener Stadtbetriebs wird am kommenden Dienstag, 21. November, (17 Uhr, Sitzungssaal des Stadtbetriebs, Madrider Ring 20) darüber beraten.

Doppelt fündig geworden

Diese Fläche hatten die Bezirksvertreter nämlich ins Auge gefasst, als sie nach einem geeigneten Standort für das geplante neue Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr suchten. Dabei sind sie quasi doppelt fündig geworden. Denn neben der rund 2500 Quadratmeter großen Fläche für den Richtericher Löschzug bleiben in diesem Bereich noch circa 1600 Quadratmeter für den Recyclinghof übrig. Laut Verwaltungsvorlage wird die Fläche eingegrenzt durch einen Schutzstreifen für drei unterirdische Gasleitungen im Osten, den Amstelbach im Nordwesten sowie den Radweg entlang der Roermonder Straße im Südwesten, der zur Trasse des geplanten Radschnellwegs ausgebaut werden soll. „Durch die geplante neue Ortsumgehung für das Neubaugebiet Richtericher Dell wird dieser Bereich hervorragend an das dort vorhandene Straßennetz angebunden und ist für die Einrichtung eines Recyclinghofes im Aachener Norden interessant“, heißt es in der Verwaltungsvorlage.

Die Verwaltung schränkt allerdings auch ein, dass dort „mehrere Projekte aufeinandertreffen, die nicht isoliert betrachtet werden können“. Die Verwaltung schlägt deshalb einen Termin noch im November vor, bei dem die Vereinbarkeit von Haupterschließung der Ortsumgehung mit Brücke über den Amstelbach einschließlich der notwendigen Dienstwege mit dem Feuerwehrgerätehaus, dem Recyclinghof und dem Radschnellweg geprüft wird.

Diese möglichen Konflikte kennt auch Michael Servos (SPD). Dennoch glaubt der Vorsitzende des Stadtbetriebsausschusses nicht, dass der Standort daran scheitern könnte. „Das sind keine unlösbaren Probleme“, sagt Servos, „wir müssen halt herausfinden, wie sie gelöst werden können.“ Der Ausschuss werde den Bericht zunächst einmal zur Kenntnis nehmen, anschließend werde weitergeplant. Mit einer Umsetzung der Pläne rechnet Servos allerdings erst in einem Zeitraum von drei bis fünf Jahren.