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Konzert: Höchstleistungen zum 40. Geburtstag

Konzert : Höchstleistungen zum 40. Geburtstag

Wenn engagierte Zupfmusiker aus der Euregio seit 40 Jahren gemeinsam schon im Grenzland-Zupforchester musizieren, profitieren auch die Konzertbesucher davon. So auch am Samstag, als das Orchester zum Festkonzert im Ballsaal des Alten Kurhauses aufspielte.

„Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten“, stellte der große Komponist Gustav Mahler einst fest. Wie wahr, was die Zuschauer fast zwei Stunden serviert bekamen, war ein Jubiläumskonzert vom Feinsten, zu dem Präsidentin Katja Ruhrberg unter anderem Gründer und Ehrenmitglied Theo Hüsgen als Gast begrüßen konnte.

Seit 40 Jahren hat sich das Ensemble, heute unter der Leitung von Josef Wieland, einen guten Ruf weit über die Grenzen hinaus verschafft. Zum runden Geburtstag durfte das Repertoire etwas mehr sein, erlesene Werke von jungen und alten Komponisten gelangten zur Aufführung.

1979 trafen sich in Aachen engagierte Zupfmusiker aus der Euregio, um gemeinsam zu musizieren. Neben Originalliteratur und Bearbeitungen für Zupforchester aus Barock, Renaissance und Klassik, verfolgt das Orchester auch das Erschließen neuerer Werke in der Zupfliteratur mit großem Interesse. Fast 30 Jahre lang leitete Gründer Theo Hüsgen das Orchester, seit 2008 ist Josef Wieland Dirigent.

Aus der regelmäßigen Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Komponisten, darunter bekannte Namen wie Jürg Baur, Antonius Streichardt oder Kurt Schwaen, entstanden fast 40 Werke, die das Grenzland-Zupforchester uraufgeführt hat. Durch zahlreiche Auftragskompositionen wurde über vier Jahrzehnte bis heute die Entwicklung der Zupfmusik unserer Zeit angeregt. Jetzt, zum Geburtstag, kamen bisherige CD-Produktionen, durch aktuelle Aufnahmen „Alamanda“ ergänzt,erstmalig wieder zur Veröffentlichung.

Im Festprogramm war Wolfgang Bartschs „Baglamas-Verbindungen“, musikalische Studien über Angst und Liebe, Trauer und Zuversicht, Instinkt und Logik, Freude und Wut, ein absoluter Höhepunkt, bei dem Solisten und Orchester glänzten. Emotionen großer lyrischer und dramatischer Aussagekraft waren für die Besucher ein Leckerbissen.

Elemente der Neuen Musik wurden in „The Song of Japanese Autumn“ von Yasuo Kuwahara spürbar. Vom italienischen Violinisten und Komponisten Evaristo F. Dal'Abaco wurde das „Concerto All'unisono h-moll“ zum Entree dargeboten. Von Carl Stamitz, einem alten Meister, war das „Orchesterquartett C-Dur“ im Programmt. Die niederländische Komponistin Annette Kruisbrink (über 300 Kompositionen) gehörte unbedingt ins Repertoire, von ihr gelangte „Alamanda für Gitarre und Zupforchester“ zur Aufführung. Als Solist brillierte Gitarrist Csaba Székely.

Gustav Gunsenheimer, als Kirchenmusiker durch Kantaten und Motetten bekannt, bereicherte mit „Concertino für Altblockflöte und Zupforchester“, mit Solistin Andrea Pohl (Flöte), den Programmreigen. Ensemble, Solisten, alle gaben ihre Bestes, ihr virtuoses Spiel kam bei den Besucher gut an, wie der große Beifall nach jeder Darbietung und vor allem zum Schluss des Konzertes unterstrich. Dirigent Josef Wieland hatte mit seinem Ensemble hervorragende Arbeit geleistet, unter seiner Leitung kann das Orchester nun getrost die „50“ angehen.