Hochschuldezernat 10 der RWTH wird zum Jahreswechsel umstrukturiert

Aachen : Beim Stühlerücken knirscht es an der RWTH

Zum Jahresende muss sich ein beträchtlicher Teil der Mitarbeiter der zentralen Hochschulverwaltung auf ein Stühlerücken gefasst machen. Betroffen von der Umorganisation ist das mit Abstand größte Hochschul­dezernat 10, in dem rund 440 Mitarbeiter beschäftigt sind, die sich mit Fragen rund um Betrieb und Unterhalt der Hochschulgebäude befasst. Nicht alle sind mit dem bisherigen Ablauf zufrieden.

Dilettantisch vorbereitet sei die Umstrukturierung, schimpfen Betroffene, die sich schlecht informiert fühlen und teils offenbar noch gar nicht wissen, wo Anfang Januar ihr neuer Arbeitsplatz sein soll. Vielfach sei die Raumfrage noch ungeklärt, auch Möbel seien in Einzelfällen noch gar nicht bestellt. „Es geht zu wie im Klömpchenverein“, empören sich Betroffene, „und das an einer Hochschule von Weltrang.“ Selbst Abteilungsleiter sollen sich nur unzureichend über die Planungen der Hochschulleitung informiert fühlen.

Derweil erklärt Thorsten Karbach, Pressedezernent der RWTH, dass alle Mitarbeiter bereits im November per Rundmail über die neue Verwaltungsstruktur informiert worden seien. Eine weitere offizielle Mitteilung sei dazu Anfang vergangener Woche versandt worden. Kritische Stimmen habe man bisher nicht vernommen. Auch der Personalrat habe dem Vorhaben zugestimmt.

Die Pläne sehen vor, das Dezernat 10 aufzusplitten. Neben dem von Gabriele Golubowitsch geleiteten Dezernat „Facility Management“ wird es mit Beginn des neuen Jahres noch das Dezernat 11 „Infrastruktur“ geben, an dessen Spitze Katja Pustowka stehen wird, die früher bereits als Personaldezernentin für die RWTH tätig war. Sie wird nun erneut an verantwortlicher Stelle tätig sein und zwei der sechs Abteilungen leiten.

Der neue Zuschnitt sei dringend erforderlich, betont Karbach. In seiner bisherigen Größe sei das Dezernat 10 mit seiner „enormen Aufgabenvielfalt“ nur noch schwer zu leiten. Zugeordnet ist ihm bislang alles, was mit dem Thema Hochschulbau zu tun hat — vom Baumanager bis zum Techniker, vom Gärtner bis hin zum Fuhrpark. Der Bereich Arbeitsschutz wird ausgegliedert und künftig als Stabsstelle Arbeits- und Strahlenschutz geführt und direkt dem Kanzler zugeordnet.

Wesentliche Bereiche des Dezernats 10 sind derzeit an der Süsterfeldstraße untergebracht. Einige sollen künftig auch an der Kackertstraße unterkommen, andere sollen ins Hauptgebäude ziehen, das anhaltend saniert wird. Der in zwei Jahren ausscheidenden Dezernentin Gabriele Golubowitsch soll mit der Umstrukturierung bereits eine Co-Dezernentin zur Seite gestellt werden.

Größter Arbeitgeber der Stadt

Die RWTH ist mit gut 10.000 wissenschaftlichen und nicht-wissenschaftlichen Beschäftigten der größte und bedeutendste Arbeitgeber der Stadt. Gut 1000 Mitarbeiter sind alleine für die Hochschulverwaltung tätig, knapp die Hälfte sind von der Umorganisation betroffen.

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