Aachen: Himmelsbilder und goldenes Sushi: Ausstellung in der Galerie Freitag 18.30

Aachen : Himmelsbilder und goldenes Sushi: Ausstellung in der Galerie Freitag 18.30

Gleich zwei Ausstellungen sind derzeit in der Galerie 18.30 zu sehen. In unterschiedlichen Räumen stellen David Koenig und François du Plessis aus.

„Wolkenkratzer“ nennt der Fotograf David Koenig seine Aufnahmen von nächtlichen Himmeln über Großstädten wie New York und Hongkong, Aachen als Heimatstadt des Kosmopoliten ist allerdings auch dabei. Direkt vom Boden aus macht der Absolvent der berühmten New Yorker Fotoakademie „International Center of Photography“ seine Bilder von den Wolken über den nächtlichen Metropolen und Städten und hält die zunehmende Nachthelligkeit fest.

Stetige Dämmerung

Als Windverwehung oder Wolkenkratzer zeichnet sich das Dauerlicht am Himmel ab, eine stetige Dämmerung ist die Folge der fehlenden Dunkelheit, in der es zunehmend weniger Sterne gibt. Doch die Poesie des dunklen Himmels leidet nicht bei den windverwehten Nachtwolken von David Koenig — er präsentiert sie als Gratwanderung zwischen Fotografie und Malerei, als düsteres Informel, wenn man die Arbeiten so sehen möchte, mit einer gelegentlich gespenstischen Note. Cool und kühn wird die neue Himmelspoesie durch nahezu gleißend weiße Rahmungen und einen Druck auf Aludibond, auch bei einer Größe von 2 mal 1,40 Metern.

Immer wieder neu erfindet sich der ebenfalls in Aachen lebende Künstler François du Plessis, der seit langen Jahren mit seinen „Book Stories“ internationale Erfolge feiert und in zahlreichen Sammlungen wie Museen vertreten ist. Der aus Südafrika stammende Künstler zersägt Bücher, um sie meist in Scheiben zu Installationen, Reliefs, Collagen und Skulpturen immer wieder neu und anders zusammenzufügen. Dabei erschließt er Flächen und Räume auf ungewöhnliche Weise, schafft neue Dimensionen und erreicht jedes Mal ein großes Staunen bei den Betrachtern seiner Werke.

In den letzten Jahren verwendete François du Plessis zunehmend Bücher mit farbigen Blättern und Goldschnitt, die die Papierobjekte bisweilen wie goldenes Sushi wirken lassen, die sich an den Wänden zu lecker-lockeren Arrangements zusammenfinden. Ganz neu sind Arbeiten mit Buchdeckeln, die wie von Schwitters inspirierte Collagen anmuten und die muntere Buntheit der „Golden Sushi“ düster unterlaufen.

Beide Ausstellungen hängen separat in den weitläufigen Räumen der Galerie Freitag 18.30, Steinkaulstraße 11, und können noch bis Freitag, 29. September, zu den üblichen Zeiten besichtigt werden. Zur Kunstroute ist die Galerie am Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet, um 16 Uhr gibt es am Sonntag eine Finissage.