Aachen: Hilfsbereitschaft für Flüchtlinge im Inda-Gymnasium groß

Aachen : Hilfsbereitschaft für Flüchtlinge im Inda-Gymnasium groß

Das Technische Hilfswerk packt beim Aufbau eines Waschsalons an, der Kindergarten gestaltet Angebote für Kinder, und die Initiative Freifunk Aachen baut ein kostenloses WLAN-Netz für die Flüchtlinge auf. Die Hilfsbereitschaft ist anhaltend groß. Zahlreiche Einzelpersonen, Vereine, Initiativen und Einrichtungen kümmern sich um die rund 300 Flüchtlinge, die vorübergehend im Inda-Gymnasium untergebracht sind.

Für den Waschsalon haben 21 Helfer vom Technischen Hilfswerk am Sonntag ganz kurzfristig Stromleitungen verlegt und eine Rohrleitung vom Hydranten zum Waschplatz hergestellt. Eingebunden waren die THW-Fachgruppen Elektroversorgung und Logistik aus Aachen sowie die Fachgruppe Infrastruktur aus Stolberg.

Die zwölf Profi-Waschmaschinen, die jetzt zum Einsatz kommen, stellt Dieter Claßen, Geschäftsführer der ECO Express Waschsalons, leihweise zur Verfügung. Ihm war nämlich aufgefallen wie viel Wäsche an der Unterkunft auf Leinen flatterte oder auf Fensterbänken trocknete. Für die rund 300 Menschen, die in der Schule untergebracht sind, gab es nur zwei Waschmaschinen.

Auch die städtische Kindertagesstätte Alfons-Gerson-Straße in Kornelimünster ist im Flüchtlingseinsatz. Auf Bitten der Stadt Aachen gestaltet die Kita bereits seit einigen Tagen ein Spiel- und Kreativangebot für Flüchtlingskinder. „Morgens sind Leute aus der Offenen Ganztagsschule im Einsatz, nachmittags dann Kolleginnen aus der Kita“, berichtet Leiterin Elsbeth Hermanns. Berührungsängste seien schnell abgebaut gewesen. „Erst kommen die Mädchen, und dann trauen sich auch die Jungen.“ Mittlerweile werde man von den Kindern schon jeden Tag freudig empfangen. Auch die örtlichen Pfadfinder kümmern sich mit um das Spielangebot.

Für die Kindertagesstätte ist das zusätzliche Engagement allerdings auch ein kleiner Kraftakt. Zwar sind noch Ferien. „Aber wir befinden uns mitten in der Eingewöhnungszeit“, sagt Hermanns. 26 neue Kinder, darunter viele unter drei Jahren, heißt die Kita willkommen. Sie alle müssen nach und nach aufgenommen und an den Kita-Alltag herangeführt werden.

Der Initiative Freifunk Aachen ist es zu verdanken, dass viele der Flüchtlinge nun per WLAN mit den Menschen kommunizieren können, die sie in ihren Heimatländern zurückgelassen haben. Internetfähige Handys sind in Asien und Afrika weit verbreitet. Viele Flüchtlinge kommen mit Smartphones nach Deutschland, haben aber hier kein Geld für Telefonkarten mit Datentarif.

(mg)