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Hilfsprojekt für Afrika: Hilfe soll auch aus Aachen fließen

Hilfsprojekt für Afrika

Hilfe soll auch aus Aachen fließen

Sie organisieren die Unterstützung für die Aachener Gruppe: Philipp Hartmann und Katharina Mayer. FOTO: Andreas Steindl

Aachen Der Verein „Viva con Agua de St. Pauli“ hat einen Ableger in Aachen. Hier kümmern sich engagierte junge Menschen auf Spendenbasis, um beim Bau eines Wasserturms im Afrifa mitzuhelfen.

Mit dem Wasser ist das so eine Sache: Es ist für den Menschen extrem wichtig, vor allem sauberes Trinkwasser. Viele Organisationen wie etwa die Aachener Ortsgruppe von „Viva con Agua“ setzen sich deshalb für sauberes Trinkwasser ein. Hier in Deutschland wird Wasser zum Trinken, zum Duschen, zum Waschen – ja, sogar zum Rasensprengen genutzt. 123 Liter verbrauchten die Deutschen laut Statistischem Bundesamt im vergangenen Jahr pro Tag. Warum also sich für so etwas Selbstverständliches wie Wasser einsetzen?

Die Antwort liegt rund 14 Flugstunden von Aachen entfernt in einem kleinen Dorf Ugandas, nur wenige Kilometer von der kenianischen Grenze. Wasser, zumal trinkbares, ist hier eine Rarität. Der in Hamburg ansässige und weltweit agierende Verein „Viva con Agua de St. Pauli“ unterstützt deshalb eine Grundschule beim Bau eines Wasserturms und bei Bildungsprojekten. Auch die Aachener Ortsgruppe sammelt Spenden unter anderem für das Projekt in Uganda.

Info

So kann man Kontakt aufnehmen

Kontakt zu „Viva con Agua“ Aachen: Katharina Mayer, 015154817795, aachen@vivaconagua.org

Die Aachener „Crew“ – so bezeichnen sich alle lokalen Gruppen – hat sich als eine von bundesweit rund 50 Ortsgruppen zum Ziel gesetzt, auch in Deutschland auf die Entwicklung aufmerksam zu machen. „Ethik spielt in der Wirtschaft und im Alltag bei dem Thema Wasser nur selten eine Rolle, weil sich viele der Tragweite ihres Handelns nicht bewusst sind“, sagt der 25-jährige Philipp Hartmann, der sich seit vielen Jahren in der Aachener Gruppe engagiert. „Das wollen wir allmählich ändern.“ Dafür gehen die rund zehn Mitglieder in Aachen und der Umgebung in Schulen und andere Bildungseinrichtungen, um über Wasserknappheit aufzuklären oder sind mit Ständen auf Festivals vertreten, um Spenden für die Projekte zu sammeln.

Festivalbesucher konnten beispielsweise ihr Becherpfand direkt an „Viva con Agua“ spenden. Allein: In den vergangenen Monaten war das schwierig. Wo Schulen geschlossen und Festivals abgesagt sind, lässt sich nicht viel machen. Oder? Das Aachener Team hat schnell reagiert und bereits im Frühjahr eine Idee entwickelt, wie es auch online junge Menschen erreichen kann. Gemeinsam mit der Bar „Lessie Fair“ haben die Mitglieder in den vergangenen Monaten Musikvideos mit Bands und Künstlern aus der Region wie „Stunde Zehn“ und David Spencer aufgenommen.

In den kommenden Wochen werden sie in den sozialen Netzwerken ausgestrahlt und als Plattform für die eigene Arbeit genutzt, sagt Katharina Mayer, die ebenfalls zu den alteingesessenen Mitgliedern der Aachener „Crew“ gehört. „Wir wollen so darauf aufmerksam machen, dass die weltweite Wasserknappheit nicht abnimmt, wenn die Corona-Pandemie alles überschattet“, sagt die 27-Jährige. Ganz im Gegenteil: „Das Virus hat die Situation noch verschärft, weil sich die notwendige Hygiene nur mit sauberem Wasser gewährleisten lässt. Umso mehr müssen wir jetzt auf die dramatische Situation aufmerksam machen.“

Mayer hofft, dass durch die Sensibilisierung auch das vergleichsweise kleine Aachener Team Zuwachs bekommt – um spätestens nach der Pandemie auch wieder regelmäßiger in Bildungseinrichtungen vertreten sein zu können.