Aachen: Hilfe für traumatisierte Mädchen und Frauen in Beira

Aachen: Hilfe für traumatisierte Mädchen und Frauen in Beira

. Seit 1998 arbeiten die Aachener Kinderärzte Dr. Annett Pfeiffer und Dr. Konrad Steidel im afrikanischen Mosambik in der zweitgrößten Kinderklinik des Landes. Unterstützt werden die Entwicklungshelfer von dem Förderverein Kinderklinik Beira, der mit Hilfe von Spenden aus der Aachener Bevölkerung medizinische Geräte, Medikamente, Fortbildungen und Umbaumaßnahmen finanziert.

Auf der Jahreshauptversammlung wurde nun das neue Schwerpunktprojekt vorgestellt: In Zusammenarbeit mit der Frauenklinik soll eine Ambulanz für traumatisierte Mädchen und Frauen geschaffen werden. „Sexualisierte und alltägliche Gewalt gehören zu den Tabuthemen, nicht nur in der afrikanischen Gesellschaft”, führt Marika Marliani vom Förderverein aus.

Und weiter: „Die Mädchen und Frauen in Mosambik, das immer noch eines der ärmsten Länder der Welt ist, stehen derzeit ohne Hilfe dar. Da es weder eine rechtsstaatliche Ordnung mit einem funktionierenden Polizeiwesen noch eine staatliche soziale Absicherung gibt, sind viele Opfer darauf angewiesen mit ihren Peinigern weiter zusammen zu leben oder dessen Straffreiheit mitzuerleben. Medizinische oder psychologische Unterstützung gibt es nicht.”

Hier will der Förderverein eine Lücke schließen und den Aufbau einer interdisziplinär arbeitenden Ambulanz unterstützen, in der die betroffenen Mädchen und Frauen medizinische, psychologische und soziotherapeutische Unterstützung erhalten.

„Neben der seelischen Not und der Scham bedeutet eine Vergewaltigung in Mosambik auch eine körperliche Lebensgefahr”, beschreibt Dr. Jan Salzmann vom Vorstand des Fördervereins die Situation vor Ort. „In Beira liegt die HIV-Infektionsrate der sexuell aktiven Bevölkerung bei über 30 Prozent. Während die Opfer von häuslicher Gewalt neben der Wundversorgung vor allem soziale und psychotherapeutische Unterstützung benötigen, erhalten die Opfer von sexuellen Übergriffen auch eine medikamentöse Prophylaxe, um eine HIV Infektion zu verhindern.”

Für die Anschubfinanzierung der traumatologischen Ambulanz benötigt der Verein daher dringend Spenden. Dass die Unterstützung der Aachener Kinderärzte und ihres Teams vor Ort mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein ist, zeigen die Erfahrungen der letzten Jahre. „Die Arbeit von Dr. Pfeiffer und Dr. Steidel trägt nicht nur in der Medizinerausbildung sichtbare Früchte”, sagt Marika Marliani.

Direkter Kontakt

„Durch die Verbesserung der hygienischen Bedingungen und durch Spenden dringend benötigter Medikamente konnte die Sterblichkeit auf der Früh- und Neugeborenenstation von 49 auf 33 Prozent gesenkt werden. Durch den direkten Kontakt zu den Aachener Kinderärzten, die vormals im Universitätsklinikum Aachen tätig waren, kann garantiert werden, dass das gespendete Geld in vollem Umfang dort ankommt, wo es am dringlichsten benötigt wird. Spenden sind steuerlich abzugsfähig, da der Verein als gemeinnützigen Zwecken dienend anerkannt ist.”

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