Aachen: Hilfe für Kinder mit Behinderung in Beira

Aachen: Hilfe für Kinder mit Behinderung in Beira

Menschen mit Behinderung haben es nicht immer leicht in Deutschland. Trotz einer umfangreichen Ausstattung mit Hilfsmitteln ist ihnen oft die Teilhabe am gesellschaftlichen Alltag verwehrt.

In Gesellschaften armer Staaten, wo es der Bevölkerung am Nötigsten fehlt, stehen behinderte Menschen und ihre Familien vor besonderen Herausforderungen. Der Förderverein Kinderklinik Beira startet nun ein Projekt für Kinder mit Behinderungen im mosambikanischen Beira.

Der Aachener Verein unterstützt seit 17 Jahren die ehemals Aachener Kinderärzte Dr. Annett Pfeiffer und Dr. Konrad Steidel, die dort in der zweitgrößten Kinderklinik des Landes arbeiten. Mit Spenden aus der Aachener Bevölkerung werden medizinische Geräte, Medikamente, Fortbildungen und Umbaumaßnahmen finanziert. Aufgrund sinkender Zuschüsse des Staats kommt es immer häufiger zu Engpässen bei der medizinischen Versorgung der kleinen Patienten, so dass akute Nothilfe, zum Beispiel mit Medikamentenspenden aus Aachen, oft lebensrettend ist.

„Erkrankungen, die zu Behinderungen bei Kindern führen, wie etwa die Sichelzellkrankheit, die auch schon bei Kleinkindern Schlaganfälle verursachen kann, sind im südlichen Afrika keine Seltenheit“, sagt Marika Marliani vom Förderverein. „Die meisten Menschen leben von weniger als einem Dollar pro Tag. Wem das Geld fehlt, um sich selbst ausreichend zu ernähren, der hat auch keine Möglichkeit, Medikamente, einen Rollstuhl oder Gehstützen zu kaufen. So müssen Eltern ihre behinderten Kinder stets tragen, auch wenn diese im Jugendalter so schwer wie Erwachsene sind.“

Straßentheater

„Um Familien mit behinderten Kindern zu helfen, haben wir die ‚Aktion Teilhabe‘ ins Leben gerufen“ erläutert Dr. Jan Salzmann, Vorsitzender des Fördervereins. Dieses Projekt stellt nicht nur Medikamente, Hilfs- und Heilmittel bereit. Kernelement ist ein „Empowerment“ (etwa: Übertragung von Verantwortung). Die behinderten Kinder und Jugendlichen sollen in einem Team unter Beteiligung von Medizinstudenten über ihre Lebenssituation nachdenken und Wünsche an die Gesellschaft formulieren.

Ein Schwerpunkt ist die Entwicklung eines Straßentheaterstücks über den Lebensalltag behinderter Kinder und Jugendlicher in Beira, das von den Betroffenen auf Marktplätzen, an Schulen und anderen Einrichtungen, auch im Gefängnis, aufgeführt wird. „So sollen Selbstwert und Selbstwirksamkeit der Kinder gesteigert und die Teilhabe im Alltag soll gefördert werden“, fasst Dr. Claudia Mellies zusammen.

Durch den direkten Kontakt zu den Aachener Kinderärzten, die vormals im Uniklinikum Aachen tätig waren, kann garantiert werden, dass das gespendete Geld in vollem Umfang ankommt. Spenden sind steuerlich abzugsfähig, da der Verein als gemeinnützigen Zwecken dienend anerkannt ist.

Spenden kann man auf das Konto bei der Deutschen Apotheker und Ärztebank Aachen: IBAN: DE35 300 606 01 000 469 7529, BIC: DAAEDEDDXXX. Informationen können per E-Mail angefordert werden: jpsalzmann@hotmail.com. Der Verein im Netz: www.foerderverein-beira.de.

Mehr von Aachener Nachrichten