Aachen: Hildegard Lisse zieht sich aus der Politik zurück

Aachen: Hildegard Lisse zieht sich aus der Politik zurück

Sie zählt zu den großen Frauen der Aachener SPD und zu den großen politischen Kämpferinnen für die gerechte Sache: Hildgarde Lisse. Mit 83 Jahren hat sie jetzt ihren Rückzug aus der aktiven politischen Arbeit und aus dem Vorstand der SPD Aachen-Ost erklärt.

Sie wolle nicht viel Aufhebens darum machen, teilt sie auf Nachfrage mit und versichert zugleich, dass sie auch weiterhin „mit großem Engagement und großer Leidenschaft“ für die SPD weiterkämpfen werde — nur halt ohne Parteiposten.

Mehr als 40 Jahre hat sie sich in der SPD insbesondere für die „kleinen Leute“ stark gemacht, Ungerechtigkeiten angeprangert und auch gegen Schröders Hartz-IV-Gesetze angekämpft, die aus ihrer Sicht nur die Armen ärmer und die Reichen reicher gemacht haben.

Ihre Streitlust und ihr Sinn für soziale Gerechtigkeit hat sie manches Mal auch an ihrer eigenen Partei zweifeln lassen. Und auch jetzt erklärt sie wieder: „Ich hoffe, dass die SPD nicht zu viel Unsinn macht.“ Dass ihre Partei in Berlin soeben wieder auf eine große Koalition zusteuert, bereitet ihr deutliches Unbehagen: „Ich bin dagegen.“

Doch nun zieht Lisse einen Schlussstrich unter ihre aktive Zeit in der Politik und erklärt lapidar: „Ich will noch ein paar gute Bücher lesen.“ Ganz oben auf der Liste steht derzeit Marcel Prousts „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“. Zu schätzen weiß sie im Alter zunehmend die Vorteile des E-Books: „Da kann man wenigstens die Buchstaben so groß machen, wie man will.“

(gei)
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