Aachen: Herrlich lustige Unterschiede im Konradkeller

Aachen : Herrlich lustige Unterschiede im Konradkeller

Zum 35. Mal feierten jetzt im Konradkeller die Damen. An gleich zwei Abenden veranstaltete die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) in Vaalserquartier an der Keltenstraße unter der Pfarrkirche St. Konrad ihre beliebten Mädchensitzungen mit insgesamt 200 Frauen.

„Die Karten gehen stets blitzschnell unter der Hand weg. Kein Wunder, denn unsere Stamm-Zuschauerinnen wissen: Die Stimmung ist prächtig und alles wird komplett in Eigenregie gestaltet“, erklärt Mitorganisatorin Ulrike Overs.

Rund ein Dutzend Frauen der kfd-Ortsgruppe planen das ganze Jahr über ihre Büttenreden und Gesangsnummern, Tänze und Sketche. Alles ist komplett von Laien geschrieben, Kostüme und Requisiten liebevoll ausgewählt. Was sich ereignet, wenn Frauen und Männer jeweils unter sich in die Kneipe gehen, sorgt für viele Lacher. Und Selbsterkenntnis. Herrlich ist es, wie die kfd-Frauen sich und ihren Geschlechtsgenossinnen den Spiegel vorhalten.

Denn Männer und Frauen sind einfach unterschiedlich: Während fünf Männer fünf Bier trinken, haben Frauen besonders abenteuerliche Getränkewünsche. Dann haben sie auch noch das Enkelkind und den Hund dabei. Und dann wäre da noch die komplizierte Bezahlweise der weiblichen Gäste im imaginären „im Konrad-Treff“. Unterhaltsam ist auch der Versuch, eine „Katholische Manneken-Vereinigung“ zu gründen.

Die Tagelöhner vom Kölntor unterhalten derweil mit Original Öcher Liedern. In einem Sketch folgt die Einsicht: „Eine Brücke zwischen Europa und Asien zu bauen, das ist einfacher, als die Männer zu verstehen!“ Alltagsprobleme wie Männerschnupfen oder nächtliches Bäumesägen — beziehungsweise Schnarchen des geliebten Schatzes — werden humorvoll durch den Kakao gezogen.

Moderatorin Annemie Steves ist wie immer ein wahres Multitalent, kleidet sich ständig in neue Kostüme, vom Kellner bis zum Tanzmariechen. Musikalisch glänzen die vier „Möppen und Mimmen“, das weibliche Pendant der 4 Amigos. Unschlagbar ist ihr Botox-Lied, die Persiflage auf den Schönheitswahn, die jedes Jahr lautstark vom Publikum verlangt wird. Und statt Josef, Jupp und Jüppchen gibt es hier die drei Putzfrauen Maria, Marie und Mariechen. Herrlich.

Schlager-Festival

Ein Hingucker ist der Ausflug in die Hamburger Hafenkneipe samt Puffmutter Susanne und ihrem Fiffi. Und sogar Hochwürden ist dabei, wenn alle auf der Reeperbahn mit einstimmen. Für reichlich Lacher sorgt die Rede von Oma, die es krachen lässt — als Disco-Oma José. Ebenso lustig ist Hubertas Reisebericht vom Urlaub auf Mallorca. „Der war erst richtig toll, als mein Mann abgereist ist!“, sagt sie lachend. Und zum großen Finale feiern alle Frauen gemeinsam ein Schlager-Festival.

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