Aachen: Heiße Debatte: Handys erst ab 16 Jahren?

Aachen : Heiße Debatte: Handys erst ab 16 Jahren?

Gesundheitliche Schäden wie SMS-Daumen vom Schreiben allzu vieler Nachrichten auf dem Handy, I-Phone-Schulter und Depressionen sind die Folge eines übermäßigen Handy-Gebrauchs. Diese Meinung vertraten zumindest Michael Röls und Janosch Borgulat im Rahmen des Wettbewerbs „Jugend debattiert“ im Pius-Gymnasium.

„Sollen Jugendliche erst ab 16 Jahren Mobiltelefone besitzen und benutzen dürfen?“ lautete der Frage, die die Schüler der Sekundarstufe I zu diskutieren hatten.

Dabei folgten sie strengen Regeln. Am wichtigsten dabei: Jeder musste dem anderen aufmerksam zuhören, Bezug auf das Gesagte nehmen und nachvollziehbar begründen, was er vortrug. Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft waren die Kriterien, nach denen eine Jury die Beiträge der einzelnen Schüler im Anschluss bewertete.

Dass Michael und Janosch mit ihrer Meinung, Mobiltelefone für unter 16-Jährige zu verbieten, so ziemlich alleine dastanden, durfte bei der Bewertung dagegen keine Rolle spielen. Das Publikum im Pius-Gymnasium jedenfalls war der Meinung, dass ein Handy-Verbot nicht sinnvoll ist. „Wie sollten wir das auch kontrollieren“, argumentierte Cosima Mast vom Einhard-Gymnasium. „Wir wollen doch nicht etwas kriminalisieren, was bislang legal war.“ Michael Röls vom Pius-Gymnasium dagegen zeichnete ein düsteres Bild von den Folgen eines übermäßigen Handy-Gebrauchs. Durch das Schreiben allzu vieler SMS verringerten sich im Gehirn die Areale für Gesprächsfähigkeit und die Sprachkompetenzen würden an den Daumen abgegeben, meinte er. Überzeugen konnten er und sein Mitstreiter ihre Kontrahenten aber nicht. Und auch das Publikum blieb dabei: Handys sollten für unter 16-Jährige nicht verboten werden.

Großes Interesse

Sich zu einer strittigen Frage eine Meinung bilden, Gründe nennen und Kritik vortragen: Das haben die Schüler bei „Jugend debattiert“ gelernt. Am Pius-Gymnasium gibt es in der Oberstufe einen speziellen, bilingualen Projektkurs, in dem die Schüler das Debattieren lernen. In der Sekundarstufe I finden sich entsprechende Angebote im Politikkurs oder in Arbeitsgemeinschafen.

Das Interesse sei groß, meint Ralf Hillemacher, Lehrer am Pius-Gymnasium. Seiner Meinung nach debattieren die Schüler auf einem hohen Niveau. Janosch Borgulat vom Gymnasium Hückelhofen und Cosima Mast vom Einhard-Gymnasium haben ihre Sache dabei laut Jury so gut gemacht, dass sie sich jetzt für den Landeswettbewerb qualifizierten. Bei den Schülern der Sekundarstufe II kamen Tobias Paulus vom Pius-Gymnasium und Lukas Benner vom Inda-Gymnasium in die nächste Runde. Debattiert hatten sie über die Frage, ob Schüler Nebenjobs ausschließlich in den Ferien ausüben sollten. Und gute Debatten sind laut Organisatoren eine Voraussetzung für eine lebendige Demokratie.

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