Aachen: Heimattheater „Bühnenfreunde“ feiert den 70. Geburtstag

Aachen : Heimattheater „Bühnenfreunde“ feiert den 70. Geburtstag

70 Jahre Aachener Heimattheater Bühnenfreunde — da blieb es nicht aus, dass illustre Gäste dem Jubelverein ihre Aufwartung machten. Öcher Tüen, Öcher Sproech, Musik, Kabarett, Sketsche, Gesang, die gute alte Zeit wurde lebendig.

Dafür sorgten die beiden schlagfertigen Moderatoren Marc Knisch (Vorsitzender) und „Altmeister“ Bernd Dreyer (Geschäftsführer und viele Jahre Spielleiter), die mit Witz eine „große Familienfeier“ zum „Superspektakel“ werden ließen.

Einen Abend mit vielen Höhepunkten hatte Knisch vorab versprochen. Und genau so kam es auch, beste Stimmungs-Garanten waren im Programmteil Wendelin Haverkamp, Angelika Kutsch (Öcher Nölde), Paul Driessen (mit Hein-Engelhardt-Gedicht), De Köllepoetzer, Dieter Kaspari, die Böse Band sowie die Eigengewächse des Geburtstagskindes Jörg Dreyer, Sophia Bresser, Maria Palm, Erika Schroeder, Willy Palm, Heinz-Werner Schorn.

Bei einer runden Geburtstagsfeier darf ein Rückblick in die Gründerzeit nicht fehlen, den ließen Knisch und Dreyer wortreich lebendig werden: „Von der Reichsmark bis zum Euro“, es kamen Originalton-Interviews mit bekannten Persönlichkeiten aus Politik und Showbusiness zu Ehren.

Am 30. Mai 1947 wurde der Verein im Restaurant Kohnen in der Beeckstraße ins Leben gerufen. Startkapital, zum größten Teil von den Mitgründern selbst eingebracht, waren 108 Reichsmark. Doch bevor die Akteure auf die Bühne durften, galt es zunächst einmal, die Erlaubnis der britischen Militärregierung einzuholen, denn in Aachen waren die „Tommies“ präsent. Grünes Licht erfolgte am 16. Juni 1947, allerdings mit der Auflage, nur „friedliche Bühnenspiele“ zu zeigen. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Erster Knüller in der Talbothalle damals war das Lustspiel „Der sanfte Heinrich.“

Natürlich gesellte sich später die Aachener Mundart hinzu, der WDR-Hörfunk übertrug mehrere Öcher Plattstücke und auch das Fernsehen bekundete reges Interesse. So wurde die Uraufführung von „Fisematäntche“, wo über 40 Mitwirkende auf der Eurogress-Bühne standen, von RTL und SAT 1 über die Landesgrenzen hinaus ausgestrahlt.

Politprominenz gab sich in Aachen die Klinke in die Hand, wirkte in einigen Stücken mit, so Norbert Blüm, Ulla Schmidt und der heutige NRW-Ministerpräsident Armin Laschet.

Insgesamt 25 000 Euro konnte die Bühne an gemeinnützige Institutionen vermitteln, so durch die Verleihung des „Aachener Prenteschang.“ Für einen guten Zweck traten Wendelin Haverkamp, Jürgen von der Lippe, Hans-Dieter Hüsch, Konrad Beikircher, de Höhner und Bernd Stelter auf. 1986 erhielt der Verein den Preis für europäische Regionalkultur verliehen. 1997 folgte die erste komplette Messe in Aachener Mundart im Dom.

70 Jahre, dazu gehört auch, verdiente, langjährige Mitglieder zu ehren. 30 Jahre dabei sind Gerlinde Geurten, Maria Palm, Erika Schroeder, Willy Palm, Heinz-Werner Schorn. Auf 35 Jahre bringen es Sophia und Rolf Bresser, und 40 Jahre bereits halten Gerti Renerken, Helga Dreyer dem Verein die Treue. Für 65 Jahre Mitgliedschaft wurde Hubertine Krieger zum Ehrenmitglied ernannt.

Mit der Silbernadel für 25-jährige Mitgliedschaft konnten Heike Mickisch und Günther Kaussen ausgezeichnet werden. Schon 30 Jahren stehen Judith Knisch (die Regisseurin), Katrin Schnitker und Jörg Dreyer auf der Bühne. Die silberne Verdienstnadel ging an Marc Knisch und Wolfgang Lohbusch.

„Keine Angst vor Gespenstern“, ermuntert das Heimattheater die Kinder, auf die wieder eine tolle Darbietung wartet. „Klassische Märchen“, wie „Hänsel und Gretel“ oder „Rotkäppchen“, gehören unter der Regie von Judith Knisch der Vergangenheit an. Die neue Frontfrau hat sich einer modernen Form zugewandt und Ingo Siegners „Der kleine Drache Kokosnuss im Spukschloss“ für die Bühne bearbeitet. Da ist Spannung angesagt.

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