Aachen: Heiligtumsfahrt: Viele kleine Bilder für eine bessere Welt

Aachen: Heiligtumsfahrt: Viele kleine Bilder für eine bessere Welt

Beim „Tag der Kinder“ gaben am Mittwoch die Erst- bis Viertklässler den Ton bei der Heiligtumsfahrt an. Bei strahlendem Sonnenschein bevölkerten rund 3000 Grundschüler aus dem gesamten Bistum Aachen den Katschhof. In Kooperation mit dem Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ hatte das Bistum die Grundschüler eingeladen, gemeinsam zu feiern, zu singen und zu beten.

Beim Eintreffen erhielten die Mädchen und Jungen kleine bunte Pilgertäschchen, die in einem von den Sternsingern unterstützten Projekt in Bolivien hergestellt wurden. Diese sind bestückt mit Öcher Printen und kleinen Leporellos, in denen die Heiligtümer erklärt sind.

Gute Laune auf dem Katschhof: Gestern gaben die Grundschüler den Ton an. Foto: Ralf Roeger

Voller Vorfreude

Gerhard Dünnwald und Marlies Gahn vom Kindermissionswerk moderierten den Einzug der Kinder. Bischof Heinrich Mussinghoff verfolgte das Geschehen am Bühnenrand. Er freute sich sichtlich über die vielen Kinder, denen die Aufregung und Vorfreude in den Gesichtern abzulesen war. Die erste Schülergruppe, die von Weihbischof Karl Borsch begrüßt wurde, kam aus St. Servatius im Selfkant. So wie diese Kinder haben auch andere kleine Tücher in Anlehnung an die bedeutenden Reliquien gestaltet. Auf 200 Metern Länge umspannt eine aus gut 2500 bemalten Tüchern genähte Decke derzeit den Dom — ein Hingucker für Passanten und Pilger, der bis zum Ende der Heiligtumsfahrt zu sehen ist

Einige der kleinen Kunstwerke wurden in das „Kleid der Erde“ und das „Kleid des Himmels“ eingewoben, die großformatig die Altarbühne schmücken. Feierlich war der Moment, in dem die beiden Kleider begleitend von „Halleluja“-Klängen umgedreht wurden.

Auf der Vorderseite waren Himmel und Erde, auf der Rückseite die vielen Gedanken, Wünsche und Träume der Kinder zu sehen. In Bildern zeigen sie auf den Stoffquadraten ihre Sehnsucht nach Frieden, die Hoffnung auf Gesundheit, Schulbildung und Essen für alle Kinder sowie das Glück des Familienlebens und den Einklang mit der Natur. Auch Kinder aus Brasilien, Ecuador, Indien, Indonesien, Kenia und Thailand haben Tücher beigesteuert.

Karl Borsch erklärte den Grundschülern, was ein Bischof ist und, dass er zum Beispiel ein lila Käppchen, einen Hirtenstab und einen Ring besitzt. „Mein Ring ist zusammengeschmolzen aus den Eheringen von meinen Eltern“, erzählte Borsch, weshalb ihm dieses Zeichen seines Amtes so besonders wertvoll ist.

Der Präsident des Kindermissionswerks, Prälat Klaus Krämer, freute sich über dieses farbenprächtige Symbol, das nicht nur die Verbindung von Himmel und Erde, sondern auch das Verbundensein im Glauben vermitteln soll. Höhepunkt des Gottesdienstes war die Zeigung des Marienkleids.

Das Gewand, das Maria bei Jesu Geburt getragen haben soll, hatte die Kinder zu ihren kleinen Tüchern inspiriert. „Wir verehren diese Reliquie, da sie in enger Verbindung zu Jesus und seiner Mutter steht. Das ist ähnlich wie mit meinem Ring, den ich so lieb habe, weil ich Mama und Papa so lieb habe“, erklärte Borsch den Kindern.

„Ich kenne die Heiligtümer bislang nur von Fotos und bin sehr aufgeregt, sie heute zum ersten Mal zu sehen“, erzählt die zehnjährige Lotta Leisten von der Katholischen Grundschule Höfchensweg. Sie hat eine weiße Taube als Symbol des Friedens gemalt. Ihr achtjähriger Mitschüler Jan Hecker hat eine bunte Blumenwiese gemalt. Mädchen und Jungen wie Lotta und Jan füllten am „Tag der Kinder“ das Motto der Heiligtumsfahrt „Glaube in Bewegung“ mit Begeisterung und Leben.