Aachen: Heiligtumsfahrt: Musikalische Reise nach Bagdad

Aachen: Heiligtumsfahrt: Musikalische Reise nach Bagdad

Dass das Ganze ein Volltreffer wird, steht für Rick Takvorian außer Frage. „Das geht ab wie nichts — und passt super ins Gesamtkonzept.“ Wovon der Veranstaltungschef im Kulturbetrieb der Stadt Aachen da schwärmt, nennt sich „Der Weg nach Bagdad“. Und der steht vor allem für eine musikalische Grenzerfahrung.

Auf dem Aachener Hof sollen die besondere Kulisse, die Akteure und das Publikum am kommenden Samstag und Sonntag, 21. und 22. Juni, zu einem besonderen Ganzen werden. Die Veranstaltung ist der Startschuss für das vielfältige Kultur- und Rahmenprogramm auf der Hofbühne und dem Katschhof, das während der Heiligtumsfahrt stattfindet. „Der Weg nach Bagdad“ orientiert sich an der Reise von drei Gesandten, die sich vor 1200 Jahren vom Hofe Karls des Großen aufmachten, die ferne Stadt Bagdad zu erreichen. Der Weg dorthin, der auch ein Weg durch die Weltreligionen Christentum, Judentum und Islam ist, findet seine Entsprechung in den Darbietungen auf der Bühne.

Den Anfang macht am Samstag um 13.15 Uhr das „Tabadoul Orchestra“, ein Kölner Ensemble mit Musikern aus Deutschland, Ägypten und der Türkei. Ab 15.45 Uhr können die Zuschauer Mohammad Reza Martazavi auf dem Hof erleben. Seine persische Handtrommel genügt, um die gesamte Bühne und das Publikum für sich einzunehmen. Den ersten Tag vom „Weg nach Bagdad“ beschließt ab 19.45 Uhr das Ensemble Noisten. Und zwar mit einer Mischung, die nicht nur äußerst hörens-, sondern auch sehenswert ist. „Klezmer trifft Derwisch“ lautet der Titel des Programms. Neben Klezmer-Musik kommt auch eine christliche Komponente hinzu: Zu Gast auf der Bühne ist das Vokal­ensemble Pro Arte Eupen.

Kinderorchester und Klezmer

Aachener eröffnen den zweiten Tag des Auftaktprogramms. Kleine Aachener, um genau zu sein. Das Kinderorchester der Musikschule der Stadt Aachen ist um 13 Uhr auf der Bühne zu sehen. Ab 14.45 Uhr wird erneut Klezmer-Musik die Basis für eine besondere Melange sein. Das „Dance Of Joy“-Ensemble der Violinistin Johanna Schmidt wird traditionelle Klezmer-Musik ganz neu, ganz eigenwillig, ganz unerhört mischen. Von 16.45 bis 18 Uhr steht die Percussion mit dem Inder Ramesh Shotham erneut im Zentrum. Und abends ab 20 Uhr gibt es einen kolumbianischen Abend, denn Kolumbien ist das Partnerland des Bistums Aachen.

Manfred Körber, verantwortlich für das Gesamtprogramm auf der Hofbühne, freut sich darüber, dass eine gute Mischung von regionalen und internationalen, von kirchlichen und nicht-kirchlichen Acts, von Theater, Musik und Performances gefunden wurde. „Hier wird auf unterschiedliche Weise vom Leben erzählt werden und so wird der Glaube als mitten im Leben erfahrbar. Mal aufgeschnürt und ausgepackt, mal behutsam verhüllt.“

Insgesamt gibt es von Samstag, 20. Juni, bis Sonntag, 29. Juni, nachmittags und abends auf der Hofbühne sowie auf dem Katschhof ein abwechslungsreiches Programm. Mit dabei sind unter anderem Viento Teatro (Theatergruppe aus Kolumbien), die Rolling Bones, die Musikhochschule Aachen, Bambi Colada, das HipHop-Projekt Venture und vieles mehr. Der Eintritt ist jeweils ist frei.