Aachen: Hausdurchsuchung auch im Aachener Café Zuflucht

Aachen : Hausdurchsuchung auch im Aachener Café Zuflucht

Die Staatsanwaltschaft hat am Donnerstagmorgen drei Objekte in Aachen durchsucht, darunter auch das Café Zuflucht an der Wilhelmstraße. „Der Vorwurf lautet auf gewerbsmäßige Einschleusung von Ausländern“, erklärte Jost Schützeberg, Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Unter anderem werde gegen zwei Mitarbeiter des Café Zuflucht ermittelt, nicht jedoch gegen die Institution selbst, so Schützeberg. Auch das Café bestätigt den Vorgang. In einer Stellungnahme heißt es, Bundespolizei, Polizei und Staatsanwaltschaft hätten Räume durchsucht.

„Erst durch den Durchsuchungsbeschluss erfuhr das Café von einem laufenden Ermittlungsverfahren und einem im Raume stehenden Verdacht der gewerbsmäßigen Einschleusung von Ausländern.“ Dem Café als Institution werde jedoch kein Tatvorwurf gemacht. „Solange uns keine präziseren Details bekannt sind, können wir nicht ausführlicher Stellung dazu nehmen.“

Das Café berät seit fast 27 Jahren Menschen mit ungesichertem Aufenthalt in Aachen und der Städteregion. Darunter sind Geduldete, Asylsuchende, Menschen mit Aufenthaltserlaubnis und auch unerlaubt Eingereiste. Sie werden zum Asyl- und Aufenthaltsrecht beraten.

„Dabei beraten wir insbesondere unerlaubt Eingereiste dahingehend, sich bei den Behörden zu melden“, heißt es. Stefan Kirschgens, Vorstandsmitglied des Trägervereins Refugio: „Wir sind über die Durchsuchung ebenso überrascht, wie es die Öffentlichkeit vermutlich ist.“

Die wichtige Arbeit des Cafés dürfe keinen Schaden nehmen. Gerade zur Weihnachtszeit sollte die Arbeit der Mitarbeiter gewürdigt und nicht durch ein Ermittlungsverfahren in Verruf geraten.

(slg)
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