Aachen: Hat der Aachener Kneipier seine Freundin vergewaltigt?

Aachen : Hat der Aachener Kneipier seine Freundin vergewaltigt?

Ende November 2015 platzte ein erster Prozess gegen den heute 50-jährigen Angeklagten Mehmet Ali E. aus Aachen. Dem Lkw-Fahrer und zeitweiligen Betreiber eines türkischen Cafés am Adalbertsteinweg waren von der Staatsanwaltschaft schlimme Dinge vorgeworfen worden.

Der Kneipenbetreiber sollte in der Zeit von Frühjahr bis Sommer 2014 seine Lebensgefährtin und Kellnerin in der gemeinsamen Wohnung am Adalbertsteinweg misshandelt und sie in gefesseltem Zustand anderen Männern zum Geschlechtsverkehr angeboten haben. Die Rumänin war nach der mutmaßlichen Tat in ihr Heimatland geflohen. Die damals 25-Jährige kam auch nicht als Zeugin nach Deutschland zurück, der Prozess platzte, E. kam auf freien Fuß und verschwand.

Die Staatsanwaltschaft erweiterte im Jahr 2017 die bisherigen Vorwürfe um eine weitere Anklageschrift. Darin heißt es, dass E. seine Freundin im Mai des Jahres 2014 in betrunkenem Zustand vergewaltigt haben soll. Daraufhin erließ das Gericht einen neuen Haftbefehl, Mehmet Ali E. wurde am 20. März dieses Jahres erneut verhaftet, das Verfahren gegen ihn wurde am Montag wieder vor der 8. Großen Strafkammer am Aachener Landgericht eröffnet. Der Angeklagte sagte bislang nichts zu den Vorwürfen. Ob die Geschädigte dieses Mal in Aachen vor Gericht erscheinen wird, ist weiter offen. Geladen sei sie, berichtete Staatsanwältin Claudia Klösgen.

Laut der ersten Anklage soll E. versucht haben, mit der Rumänin in den Privaträumen über der Kneipe Sex zu haben. Als das nicht funktionierte, sei er so wütend geworden, dass er die Frau gefesselt und einen weiteren Mann, der zugegen war, aufgefordert habe, die wehrlose Frau zu vergewaltigen. Dieser Mann verweigerte die Mittäterschaft.

Einmal sei die Freundin geflüchtet, aber nur bis zum Dürener Hauptbahnhof gekommen, von dort habe sie der aggressive Kneipenbetreiber mit Gewalt wieder zurück an den Adalbertsteinweg geholt, heißt es in der Anklageschrift. Am Montag sagte vor dem Vorsitzenden Richter Hans Günter Görgen zunächst ein Zeuge aus, der einen Kiosk gleich neben der ehemaligen Kneipe am Adalbertsteinweg betreibt.

Von ihm habe der angeklagte Landsmann, beide stammen aus der Türkei, das Café 2014 übernommen. Im ersten Prozess war noch die Rede davon, dass man 2014 der aus Rumänien einreisenden Frau einen Anteil an der Gastronomie versprochen hatte. Das hat sich jetzt als Lüge entpuppt. Der Prozess wird am 23. Juli ab 9 Uhr im Landgericht fortgesetzt.

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