Aachen: Hat das Leben ohne Shopping einen Sinn?

Aachen: Hat das Leben ohne Shopping einen Sinn?

Für das erste Designsymposium Aachen (19. und 20. November) hat sich der Fachbereich Gestaltung der FH Aachen ein ganz spezielles Thema einfallen lassen. „Ein Thema, das polarisiert”, betont Professor Christoph Scheller. Oder anders ausgedrückt: Ein Thema, über das sich vortrefflich diskutieren lässt. Denn: „Konsum bietet eine sehr große Angriffsfläche.”

Das perfekte Ambiente für anregende Diskussionen wurde mit der ehemaligen Flugzeughalle am Boxgraben ebenso schnell gefunden wie prominente Referenten: Sieben Experten aus den Bereichen Design, Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung werden sich neben den FH-Professoren den unterschiedlichen Facetten des Konsums widmen. „Die Kernfrage des Symposiums lautet: Zerstört uns der Konsum oder hält er uns am Leben?”, sagt Melanie Kurz, die zum Thema „Design zwischen Rang und Regal” referieren wird.

Ziel der Veranstaltung ist es, designinteressierten Zuhörer die konträre Position aufzuzeigen und sie dafür zu sensibilisieren. „Bisher gibt es nämlich nur schwarz oder weiß”, ist Kurz überzeugt. Darüber hinaus soll die angehende Designer-Generation mit der Tatsache konfrontiert werden, dass sie für ihr Handeln die Verantwortung tragen. „Designer haben nichts mehr mit Zeichnen zu tun, sondern müssen wissen, wie Kommunikation funktioniert. Deshalb ist es wichtig, dass auch über den Umgang mit Konsum diskutiert wird”, erklärt Scheller.

Die Anzeichen für eine von Konsum geprägte Gesellschaft seien unübersehbar. „Spätestens seitdem Teenager als Hobby Shopping angeben, wissen wir, dass Konsum einen großen Teil unseres Lebens einnimmt”, sagt Melanie Kurz. Die zeitgleich stattfindende Ausstellung „unconsumable” (Unkonsumierbar) soll dieses Bild verstärken: Ausgestellt werden unter anderem ein Stuhl, der nicht zum Sitzen geeignet ist und ein Teller, der ein Loch in der Mitte hat. „Wir wollen zeigen, dass die Arbeit des Designers zwei Seiten hat. Auf der einen Seite soll sie den Wohlstand mehren, auf der anderen Seite muss sie ehrlich sein. Das wollen wir im Rahmen des Symposiums darstellen”, hofft Scheller auf einen möglichst großen Zuspruch.

Im Anschluss an die Vortrags- und Diskussionsrunde am Freitag, 19. November, findet um 18 Uhr die Verleihung des Designpreises Aachen in der Sparkasse (Münsterplatz 7-9) statt.

Noch 50 Restkarten

Platz für 200 designinteressierte Menschen bietet die ehemalige Flughalle im Boxgraben. Bereits 150 Karten sind für das erste Designsymposium Aachen verkauft. Die letzten 50 Karten sind zum Preis von 59,98 Euro (Professionals) und 29,98 Euro (Studenten) erhältlich.