Aachen: Hartes Ringen um einen Zebrastreifen in Eilendorf

Aachen : Hartes Ringen um einen Zebrastreifen in Eilendorf

Die Bezirksvertretung Eilendorf auf der einen und der städtische Fachbereich Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen auf der anderen Seite haben derzeit ein ziemliches Problem, zueinander zu finden.

Nachdem die Bezirkspolitiker zumindest vorläufig auf die Errichtung einer Tempo-30-Zone vor der Betriebs-Kita „Karlinis“ in der Kaubendenstraße verzichten müssen (wir berichteten), war einem Antrag auf Einrichtung eines sicheren Fußgängerwegs über die obere Von-Coels-Straße etwa in Höhe des Cockerillparks ein ähnliches Schicksal beschieden.

Wörtlich hatte die SPD in ihrem von den anderen Parteien unterstützten Antrag geschrieben: „Die Verwaltung wird beauftragt zu prüfen, welche Möglichkeiten es gibt, die Überquerungshilfen auf der Von-Coels-Straße, Höhe Cockerillpark, zu verstärken beziehungsweise eine sichere Überquerung der Straße für Fußgänger zu ermöglichen, beispielsweise durch Zebrastreifen oder andere, zusätzliche Überquerungshilfen.“

In der Sitzung der Bezirksvertretung erläuterte ein Vertreter der Verwaltung, dass in einer vier Tage dauernden Verkehrserhebung Anfang März 38 000 Fahrzeuge gezählt worden seien. Die durchschnittliche Geschwindigkeit habe bei 46 Stundenkilometern gelegen, und in lediglich 3,8 Prozent der Fälle seien Geschwindigkeiten über 60 km/h gefahren worden.

Von daher sei die Situation auf der Von-Coels-Straße nicht nur unauffällig sondern ausgesprochen positiv, so dass es hier keinen Handlungsbedarf gebe. Der Fußgänger müsse an Querungshilfen halt auf den Fahrzeugverkehr achten. Eine zusätzliche Beschilderung oder auch Blinklichter an der Mittelinsel zur besseren Wegweisung stünden im Widerspruch zur straßenverkehrsrechtlichen Wartepflicht der Fußgänger.

SPD-Bezirksvertreter Rolf Schäfer reagierte erzürnt. Die Verwaltungsvorlage ziehe sich auf rechtliche Vorgaben zurück, nach denen der Fußgänger zu warten habe. Auch wenn das Zahlenmaterial kein besonderes Gefahrenpotenzial erkennen lasse, gehe die Vorlage nicht auf den Antrag der SPD ein.

Seitens der Verwaltung gebe es keinerlei konstruktive Vorschläge zur Lösung des Problems. Das sei aber durchaus drängend, wenn sich etwa morgens zwischen sieben und acht Uhr relativ viele Schüler aufmachten, um auf der jeweils anderen Seite der Von-Coels-Straße die Busse für die Fahrt in die Schule nach Stolberg — in stetig steigenden Zahlen — oder in Richtung Innenstadt zu erreichen.

Da könne das Warten quälend werden, weil der Verkehr auf der Von-Coels-Straße zu dieser Zeit so dicht sei, dass ein Überqueren nur schwer möglich sei. Man brauche nicht viel Fantasie, um sich die Gefahren vorzustellen, denen die Kinder ausgesetzt seien, wenn in dieser Situation der Bus komme, den man unbedingt erreichen müsse.

Da diese Sicht der Dinge von allen anderen Mitgliedern der Bezirksvertretung geteilt wurde, nahm man die Verwaltungsvorlage zur Kenntnis, beharrte aber auf der eigenen Einschätzung und beschloss daher, die Einrichtung eines Zebrastreifen zu fordern und zwar in Höhe der Haltestelle Rheingold, weil dort nach Auffassung der Bezirksvertretung das Gefährdungspotenzial am größten ist.

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