Aachen: Hangeweiher: Sanierung von Grund auf ist notwendig

Aachen : Hangeweiher: Sanierung von Grund auf ist notwendig

Schon Mitte September, gleich am Tag nach der Freibadsaison 2014, werden in Aachens einzigem Freibad Hangeweiher die Bagger und Handwerker anrücken: Dann beginnt der erste Abschnitt der Sanierung des Bades.

Rund 2,1 Millionen Euro — die von den Vorsitzenden der Aachener Ratsfraktionen bereits in einer Dringlichkeitsentscheidung genehmigt wurden und die bei der nächsten Sitzung des Stadtrates noch bestätigt werden müssen — werden bis Mai 2015 in die Erneuerung der Filteranlagen und Rohrleitungen aus dem Jahr 1961 investiert, damit die Technik sich wieder auf dem neuesten Stand befindet und den heutigen DIN-Normen entspricht.

Außerdem werden unterirdisch so genannte Schwallwasserbecken gebaut, in denen das aus den Becken verdrängte Wasser aufgefangen, gereinigt und wieder verwendet wird. Der zweite Schritt der Sanierung wird dann in der Freibadpause 2017/2018 umgesetzt:

Becken aus Edelstahl

In die bisher vorhandenen werden neue Becken aus Edelstahl eingebaut und die Rohrsysteme der Becken erneuert. Hierfür sind noch einmal 2,7 Millionen Euro veranschlagt. Die letzte größere Sanierung war 1970, danach wurden zwar immer wieder Anlagen und Technik aus- und nachgebessert, aber nicht mehr gründlich erneuert. Manche Rohre sind so verrostet, dass sie paperdünn sind und platzen können, die Filter sind ebenfalls vom Zahn der Zeit angenagt. Die Sanierung wird am Ende aber nicht nur Geld kosten, sondern auch sparen: Pro Saison sollen naämlich mit der neuen Technik rund 75.000 Euro Energiekosten eingespart werden.

Die Planungen zur Sanierung des Bades laufen schon seit einiger Zeit, jedoch hatte ein Zwischenfall im Juli, bei dem bei einer Wasserprobe so genannte Pseudomonaden gefunden wurden, die Dringlichkeit der Sanierung noch einmal deutlich gemacht. Den ersten Schritt der Sanierung noch in diesem Herbst und Winter umzusetzen, hatte auch der Verwaltungsvorstand in einer Sitzung Ende Juli, bei der die Planungen vorgestellt wurden, beschlossen. Die Alternative zur Sanierung wäre nur die Schließung des Bades, die aber angesichts von 50.000 Besuchern, sogar in dieser bislang recht durchwachsenen Freibadsaison, von der Stadt nicht in Betracht gezogen wird.

Gebäudemanagement und Fachbereich Sport der Stadt Aachen versichern aber noch einmal, dass der Besuch des Hangeweihers auch derzeit absolut unbedenklich ist: Lediglich in einer Wasserprobe sei die Keimbelastung mit den stäbchenförmigen Bakterien, die krank machen können, gefunden worden. Alle Proben vor und nach dieser seien absolut unbedenklich gewesen.

Um 1850 entstanden

Der Hangeweiher ist das älteste Aachener Gewässer und war bereits im 18. Jahrhundert als Regenrückhaltebecken angelegt worden. Um 1850 entstand die erste öffentliche Aachener Schwimmanlage, das Freibad Hangeweiher, neben dem Wasserrückhaltebecken. Hier wurden erste Sportwettbewerbe abgehalten. Gespeist wird der Weiher und das Freibad von dem Flüsschen Pau.

1908 bis 1910 wurde schließlich für die Bevölkerung zusätzlich eine Parkanlage angelegt und das Rückhaltebecken zu einem befahrbaren Kahnweiher ausgebaut. Noch heute ist der Hangeweiher das einzige Freibad Aachens und mit einer anerkannten 50-Meter-Bahn das einzige Schwimmbad mit Wettkampflänge im größeren Umkreis. Der gesamte Park ist Kaiser Friedrich III., dem 99-Tage-Kaiser gewidmet.

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