Aachen: Hangeweiher: Freibad ist wieder geöffnet

Aachen: Hangeweiher: Freibad ist wieder geöffnet

Das Freibad Hangeweiher ist wieder geöffnet. Weil alle gezogenen Proben negativ waren, besteht keinerlei Gefahr für die Badegäste. Geschlossen worden war das Bad, weil in einer Wasserprobe vom 11. Juni Bakterien, so genannte Pseudomonaden, aufgetaucht waren.

Da das verantwortliche Labor „Eurofins“ das negative Testergebnis nicht wie vereinbart 48 Stunden nach Wasserentnahme, sondern wegen einer internen Fehlerkette erst zehn Tage später der Stadt übermittelte, konnte das Sportamt nur mit Verzug reagieren und das Freibad erst am 24. Juni vorübergehend schließen.

Von vergangenem Freitag bis einschließlich Sonntag hatte die Stadt das Wasser von zwei Laboren gründlich prüfen lassen. Alle Ergebnisse zeigten keinerlei Abweichungen. Am kommenden Wochenende werden die beiden Institute nochmals eine Probe im laufenden Betrieb nehmen. Danach soll das Intervall der Routineprüfungen vorsichtshalber verkürzt werden: von derzeit 14-tägig auf ein Mal pro Woche, also häufiger, als vom Umweltbundesamt empfohlen.

Wie hoch der Schaden ist, der der Stadt durch die mehrtägige Schließung entstanden ist, mochte die zuständige Dezernentin Susanne Schwier nicht beziffern: „Das ist spekulativ. Sicherlich sind uns Einnahmen entgangen, aber die Sicherheit der Badegäste steht für uns an erster Stelle.“

Trotz der Panne will die Stadt auch künftig mit der Eurofins-Gruppe zusammenarbeiten. „Das Labor hat seinen Fehler sofort eingestanden und sich im Umgang mit der Öffentlichkeit sehr fair verhalten“, sagt die Beigeordnete. Außerdem habe das Institut zugesagt, eine gewisse Anzahl an Proben künftig kostenfrei für die Stadt zu ziehen, sozusagen als kleine Wiedergutmachung für die laut Eurofins „blöde Nachlässigkeit eines Mitarbeiters“.

Zu Schaden dürfte kaum einer der 4000 Badegäste gekommen sein, der in der Zeit nach der Entnahme der Probe (11. Juni) bis zur Schließung (24. Juni) seine Runden immer Hangeweiher-Wasser gedreht hat. Insgesamt sind im Laufe der Woche neun Anfragen und Beschwerden bei Stadt und Gesundheitsamt eingegangen — nur bei zwei Personen und deren Krankheitssymptomen hätten Pseudomonaden auch tatsächlich der Auslöser sein können. „Die Betonung liegt hier auf dem Konjunktiv. Denn die Ursachen bleiben letztlich offen“, betont Schwier.

Nichtsdestotrotz soll die Sanierung des Freibads vorangetrieben werden. „Wir haben mit dem Gebäudemanagement und weiteren Fachleuten die Technik genau unter die Lupe genommen und rechnen zur Zeit alle Möglichkeiten durch“, erklärt Schwier. Dabei geht es von reiner Verbesserungen der Technik bis hin zur kompletten Sanierung des Hangeweihers. „Das wäre die Maximallösung. Dann kämen auf die Stadt Kosten im Rahmen von rund fünf Millionen Euro zu“, erläutert die Sportdezernentin. In welchem Zeitabschnitt eine derartige Komplettsanierung durchgezogen werden könne, sei noch offen, so Schwier: „An dem Plan arbeiten wir.“

Nach zuletzt mehr als 30 negativen Proben und verschiedenen Reinigungsmaßnahmen sind die Pforten des Hangeweihers nun wieder zu den üblichen Zeiten geöffnet — gerade noch rechtzeitig: Denn am Donnerstag brennt die Sonne und lässt die Temperaturen auf bis zu 27 Grad hochschnellen.