Aachen: „Hand in Hand für Aachen“: Sportangebote und Material für den Unterricht

Aachen : „Hand in Hand für Aachen“: Sportangebote und Material für den Unterricht

Bewegung und Bildung: Von beidem sollen die Flüchtlinge und Bedürftigen in Aachen künftig mehr bekommen. Dafür setzt sich der Verein „Hand in Hand für Aachen“ ein.

Am Montag durften sich die Grundschulen Annastraße und Beeckstraße über neue Schulbücher und Schreibmaterial für ihre Jüngsten freuen. Zusätzlich ermöglicht der Verein in Zusammenarbeit mit dem Stadtsportbund Aachen sportliche Angebote für die Flüchtlinge in der Unterkunft Franzstraße.

Ahmethicri Agirman, der Vorsitzende von „Hand in Hand für Aachen“, organisierte die unkomplizierte Hilfe. „Wir haben bei den Grundschulen angefragt, wo der Schuh drückt und was sie benötigen“, erklärte er. „Schließlich bekamen wir die Listen mit den Büchern und dem erforderlichen Schulmaterial.“

Einen Beitrag dazu hat auch die Mayersche Buchhandlung geleistet, die 100 Lernbücher kostengünstig bestellt hatte. Dazu spendete der Ravensburger Verlag noch „Lesen, Schreiben, Rechnen“-Bücher, die den Einstieg ins Schulleben, insbesondere für fremdsprachige Schüler, erleichtern.

„Für uns ist es egal, woher jemand kommt. Die Kinder haben alle ein Recht auf Schule und Bildung“, sagte Sevim Dogan, Leiterin des kommunalen Integrationszentrums. Und sie warnte: „Wenn wir zwischen Flüchtlingen und anderen Bedürftigen unterscheiden, richten wir in der Gesellschaft großen Schaden an.“

Bereits jetzt werden an der Annastraße und der Beeckstraße an drei Tagen in der Woche Intensivsprachkurse für die Kinder angeboten, um ihnen schnellstmöglich eine aktive Teilhabe am Unterricht zu ermöglichen. Diese Kurse werden nun weiter ausgebaut und auch in Eschweiler und Stolberg organisiert.

Dass die Hilfe so schnell angekommen ist, sei auch der funktionierenden Migrationsgesellschaft in Aachen zu verdanken, betonte die Integrationsbeauftragte Heidemarie Ernst. Viele Menschen mit ausländischen Wurzeln engagierten sich bürgerschaftlich und böten sich etwa als Dolmetscher an, um diese gemeinsamen Aufgaben zu lösen.

Dank der Vernetzung kam auch das Sportangebot für die Neuankömmlinge in der Franzstraße zustande. „Sport ist sehr niederschwellig und bietet die Möglichkeit, sich auszutoben und auszuleben“, wie Johanna Heiliger, Geschäftsführerin des Stadtsportbundes, sagte.

Durch die Spenden von „Hand in Hand für Aachen“ könne man jetzt auch die Vereine entlohnen für ihre Arbeit mit den Flüchtlingen und diese Hilfe langfristig sichern. Das Sport- und Bewegungsprogramm beinhaltet einmal wöchentlich ein Angebot für Frauen und Kinder sowie eines für die Männer.

Eine Spende von 5000 Euro der Aktion „Menschen helfen Menschen“ des Zeitungsverlags Aachen ermöglichte bereits jetzt eine weitere Bestellung von Schulbüchern und Lernmaterial für die Grundschulen. Zudem hat Agirmans Verein kürzlich knapp zwei Tonnen Reis gekauft, die nun nach und nach an Bedürftige aller Art in Aachen verteilt werden. Es ist in Zukunft also nicht nur für geistige Nahrung gesorgt.

Das Spendenkonto von „Hand in Hand für Aachen“: 1070930068 bei der Sparkasse Aachen, Bankleitzahl 39050000.

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