Aachen: Halbe Lösung für den Radverkehr in Haaren

Aachen : Halbe Lösung für den Radverkehr in Haaren

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) kritisiert die von der Politik verabschiedete Radverkehrsplanung auf der Alt-Haarener Straße.

Entgegen den Beteuerungen, auf allen wichtigen Verkehrsachsen Radwege und Schutzstreifen für Radfahrer anzulegen, soll dort nur „eine halbe Lösung“ verwirklicht werden.

Nach aktuellem Planungsstand soll dort nach Ende der Kanalbauarbeiten lediglich stadtauswärts ein Schutzstreifen zwischen Kochstraße und Ortsausgang angelegt werden. Stadteinwärts sollen Radfahrer hingegen wie bisher im Autoverkehr mitschwimmen. Dies hat der Mobilitätsausschuss Anfang Oktober unter anderem auch deshalb beschlossen, weil so die rund 110 vorhandenen Parkplätze entlang der Alt-Haarener Straße fast vollständig erhalten werden können.

Damit zeige sich mal wieder wie weit die Praxis von den Bekenntnissen zum Luftreinhalteplan und zur Förderung des Radverkehrs abweiche, kritisiert der VCD. „Alle guten Vorsätze sind Makulatur.“ Eine Radspur bekomme man dort hin, weil der Bürgersteig schmaler wird. Auf die zweite werde verzichtet, weil sie zu Lasten des Autoverkehrs gehen würde.

„Das Ziel den Radfahreranteil im Verkehr zu erhöhen, erreicht man so nicht“, ist der VCD überzeugt. Denn vor allem ängstliche oder ungeübte Radfahrer bekomme „man so nicht aufs Rad“.

Der VCD warnt davor, dass das Haarener Beispiel mit einer einseitigen Lösung auch für andere Straßen Schule machen könnte. Noch sei es für ein Umdenken an der Alt-Haarener Straße jedoch nicht zu spät, da die fertigen Pläne für zwei Radspuren in der Schublade liegen und laut VCD noch dazu rund 200.000 Euro günstiger wären.

„Radfahren ist gesund, platzsparend und gut für die Umwelt“, sagt der VCD, daher sei es wichtig den Radverkehr zu fördern. Dies sei auch ein wesentlicher Baustein beim Versuch, die Luftschadstoffwerte zu senken und eine Umweltzone noch zu verhindern.

(gei)