Aachen: Haarener Bürger fühlen sich schlecht informiert

Aachen: Haarener Bürger fühlen sich schlecht informiert

In der Haarener Bezirksvertretung schlugen am Mittwochabend die Wogen hoch. Die Anwohner von Hergelsbendenstraße, Friedenstraße und Umgebung waren erzürnt. Sie sind es leid, dass ständig Laster in ihren Vorgärten und Einfahrten wenden, weil sie vor den Hindernissen in der Hergelsbendenstraße stecken geblieben sind.

„Was wollen Sie dagegen tun?”, fragten sie Politik und Verwaltung. Die Antworten, die sie in der Bezirksvertretung Haaren bekamen, konnten sie nicht beschwichtigen.

Im Gegenteil: Sie halten die Pläne, die eine Umgestaltung der Hergelsbendenstraße an der Einmündung Friedenstraße vorsehen, für völlig verfehlt. „Damit werden sie das Problem nicht lösen”, kritisierten die aufgebrachten Bürger. Auch der ehemalige Bezirksvorsteher Karl Pütz (CDU) beteiligte sich „als normaler Bürger” an der Fragestunde. Er geriet sich mit seinem Nachfolger Ferdinand Corsten in die Haare. Der unterbrach Pütz nämlich bei der Begründung seiner Frage - und das wollte sich Pütz nicht bieten lassen. „Von Ihnen lasse ich mir nicht das Wort entziehen”, brauste der Alt-Bezirksbürgermeister auf.

Bezirksbürgermeister Ferdinand Corsten zeigte wenig Verständnis dafür, dass die Bürger umfassendere Informationen über Maßnahmen im Bereich Hergelsbendenstraße/Friedenstraße erwarteten und eine Bürgerversammlung forderten. „Eine Bürgerbefragung haben wir in Haaren nie gehabt. Die sollten wir jetzt auch nicht einführen”, war Corstens Reaktion, die nach der Sitzung einige Bürger als „arrogant” kommentierten.

Geplant ist eine Verengung der Fahrbahn im Bereich der Dreiecksinsel in der Friedenstraße. Das Provisorium in Höhe der Hergelsbendenstraße 12 soll im Gegenzug entfernt werden. Denn das sei in der Vergangenheit immer wieder beschädigt worden. Zudem habe es an dieser Stelle zur Folge, dass viele Laster über die Alt-Haarener-Straße/Friedenstraße auswichen und damit den Schulweg der Grundschulkinder tangierten, meinen Politiker und Verwaltung. Und gerade für den Schulweg wollen sie mehr Sicherheit. Deshalb soll der Fußgängerweg in der Friedenstraße im Einmündungsbereich zur Alt-Haarener-Straße verbreitert werden. Und ein Zebrastreifen soll künftig das Überqueren der Straße erleichtern.

Für Bezirksbürgermeister Ferdinand Corsten sind das die geeigneten Maßnahmen, um der problematischen Verkehrssituation Herr zu werden. Ganz anders sehen das die Bürger: Sie fürchten Rückstaus durch die Verengung an der Friedenstraße und halten den Zebrastreifen für falsch platziert. Ihre größte Sorge: Was geschieht mit den Lkw, die trotz aller Warnungen und Hinweise die für sie verbotenen Straßen befahren und dann plötzlich vor den Hindernissen stehen. „Die stehen dann da und wissen nicht weiter”, schimpfen die Bürger.

In ihrer Not wendeten die Lkw in den Vorgärten und Einfahrten der Anlieger. „Und das werden sie auch in Zukunft tun”, machten die Bürger ihrem Missmut in der Bürgerfragestunde Luft. Die Verkehrsplaner und die Bezirksvertreter sehen das anders. Sie glauben, dass eine gute Beschilderung dafür sorgen kann, dass sich in Zukunft kein Lkw-Fahrer verirrt.

Zumindest Ursula Becker (Grüne) hatte „ein schlechtes Gefühl”, über die Köpfe der Bürger hinweg zu entscheiden. „Hätten wir sie denn nicht vorher informieren und befragen können?”, fragte sie. Corsten: „Das ist doch schon vor Jahren geschehen.” Große Erkenntnisse habe die Ortsbegehung damals aber nicht gebracht. „Wenn Sie 15 Leute da haben, dann haben sie zum Schluss auch 15 Meinungen”, sagte er.

Jetzt sollen die Haarener zumindest im Nachhinein detailliert über die Pläne zur Umgestaltung der Hergelsbendenstraße/Friedenstraße informiert werden: Im Info-Kasten der Bezirksvertretung sollen die Pläne mit den entsprechenden Erläuterungen ausgehängt werden.

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