Aachen: Haaren macht jetzt ernst mit der Neugestaltung

Aachen : Haaren macht jetzt ernst mit der Neugestaltung

Das, was nun für den Stadtteil Haaren geplant und mit Leben gefüllt werden soll, nennen die zuständigen städtischen Fachbereiche umständlich „integriertes Handlungskonzept Haaren“. Am Donnerstagabend machte der Planungsausschuss nun ernst mit praktischen Schritten im Handlungskonzept hin zu echten Taten.

Man beschloss einstimmig den Start eines „Werkstattverfahrens“, das ab Mai und dann bis Weihnachten dieses Jahres Ergebnisse dafür liefern soll, wie die Planer aus den Bereichen Haarener Markt mitsamt der Durchfahrt der Alt-Haarener Straße durch den Ortskern, dem Bereich um St. Germanus mit der alten Brauerei und der Aufwertung der Bach­auen an der Wurm etwas Schönes und Sinnvolles machen.

Die Werkstattgespräche mit der dazugehörigen Planung sollen drei Planungsbüros organisieren, wie die zuständige städtische Projektleiterin Annika Kubillun auf Anfrage erklärte. Bereits in früheren Workshops, berichtete Kubillun, seien etwa Verkehrsexperten zur brenzligen Verkehrssituation in Haaren gehört worden. Von ihnen gab es verschiedene Veränderungsvorschläge.

In einem weiteren Workshop hatte die Verwaltung sogenannte Ortsexperten zusammengerufen, Bürger, die aus ihrer Ortserfahrung heraus Hinweise für eine bürgerverträgliche Planung geben konnten. Auch hier habe es Vorschläge gegeben, die nun in die aktuelle Planungsphase ab Mai einfließen werden. „Die Planungsbüros“, so Kubillun, „sollen Vorschläge machen und sie unmittelbar in den Werkstattgesprächen wieder überprüfen“.

Dabei sollen dann nicht nur die Bürger gehört werden, auch Experten oder die einzelnen Abteilungen der Verwaltung sollen dort Stellung nehmen. Ähnliche Werkstattgespräche hatte es beim Programm zur Sozialen Stadt Ost gegeben, auch bei den laufenden und künftigen Planungen zur Sozialen Stadt Aachen-Nord gibt es sie.

Die Themen „Plätze“, „Grün“ und „Wasser“ seien zentral bei dem Vorhaben, berichtete Kubillun im Ausschuss. So will man an den Auen von Wurm und Haarbach Wege anlegen, damit man überhaupt wieder merkt, dass dort Wasser ist. „Eine fußläufige Überquerung der Wurm ist angedacht“, berichtete die städtischen Planerin, also könnte es irgendwann dort eine Fußgängerbrücke geben.

Drei Interventionspunkte

Für den Bereich um St. Germanus ist „mehr öffentliches Leben“ angedacht, das ehemalige Brauereigelände Klinkenberg soll mit Einzelhandel und Gastronomie bestückt werden. Parallel zu den öffentlichen Planungen gebe es auch private Bauvorhaben, die nahe St. Germanus verwirklicht werden sollen.

Im Bereich Verkehr gibt es verschiedene sogenannte „Interventionspunkte“, an denen auch die Büros ansetzen sollen. Das ist der Haarener Markt, die Einmündung Frieden­straße und der Abzweig Würselener Straße. Die Büros werden vorrangig aus Landesmitteln zur Stadterneuerung finanziert.

Mehr von Aachener Nachrichten