Aachen: Gute Einstimmung auf die Karlspreisverleihung

Aachen : Gute Einstimmung auf die Karlspreisverleihung

„Die Veranstaltung mit Martin Schulz wird eine der größten Karlspreisverleihungen in ihrer Geschichte“, ist Jürgen Linden überzeugt. Zwar werde man das erst am Tag danach resümieren können. Aber, so der Sprecher des Karlspreisdirektoriums, schon das Rahmenprogramm sei diesmal „außergewöhnlich“.

Mehr als 45 Veranstaltungen bieten jede Menge Informationen über Preisträger Schulz, den Präsidenten des Europäischen Parlaments (EP), über die unterschiedlichen Facetten Europas und nicht zuletzt über die Region. Schließlich wird erstmals in der langen Historie des Karlspreises mit dem Würselener Martin Schulz eine hochrangige Persönlichkeit aus dem Aachener Raum ausgezeichnet.

„Alle europäischen Problemkreise werden im Vorfeld diskutiert“, betont Linden. Die Palette reicht von der Griechenlandproblematik („Letzte Ausfahrt Grexit“, Vortrag von Alexander Graf Lambsdorf, Vizepräsident des Europäischen Parlaments, am Donnerstag, 16. April, um 19 Uhr in der Aachener Bank, Wirichsbongardstraße 50) über das transatlantische Handelsabkommen (TTIP: Mehr Handel und Investitionen — oder einfach überflüssig? Vortrag von Aloyz Peterle, EP-Mitglied, Ex-Ministerpräsident der Republik Slowenien, am Montag, 4. Mai, um 18.30 Uhr in der Industrie- und Handelskammer, Theaterstraße 6-10) bis hin zu dem Fachforum am Donnerstag 7. Mai, im Krönungssaal mit engagierten Studierenden der RWTH sowie Oded Horowitz, Vorsitzender des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden Nordrhein, Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrates der Muslime in Deutschland und Nikolaus Schneider, ehemaliger Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Thema: Europas Werte. Christlich, jüdisch — auch muslimisch? „Diese Veranstaltung dürfte großen Sprengstoff bieten“, ist Linden überzeugt. Der frühere Aachener Oberbürgermeister wird auch ein Eingangsstatement geben.

Lieblingsbücher

Beleuchtet werden auch die persönlichen Seiten von Martin Schulz. Der Leiter des ARD-Studios Brüssel, Rolf Dieter Krause, wird am Dienstag, 5. Mai, um 18.30 Uhr in der Zentrale der Sparkasse am Münsterplatz ein Porträt des Karlspreisträgers 2015 skizzieren.

Auch die Lieblingsbücher des designierten Karlspreisträgers werden vorgestellt. Am Dienstag, 28. April, werden die Vizepräsidentin des Bundestages, Ulla Schmidt, Kulturdezernentin Susanne Schwier, Wolf Steinsieck, Honorarkonsul Frankreichs, Buchhändler Walter Vennen und Olaf Müller, Leiter des städtischen Kulturbetriebs aus entsprechenden Werken vorlesen.

Beim zweitägigen Open Air „Karlspreis live“ am Mittwoch und Donnerstag, 13. und 14. Mai, wird viel Musik und Information geboten. Ein Höhepunkt dürfte der öffentliche Auftritt des EP-Präsidenten am 13. Mai (zwischen 19.30 Uhr und 20 Uhr) sein, wenn er sich den Fragen unseres Chefredakteurs Bernd Mathieu stellt. Davor stellen sich die Jugendkarlspreisträger vor, die am Dienstag, 12. Mai um 11 Uhr in der Aula der RWTH gekürt werden.

Traditionell wird Schulz auch am Vortag der Karlspreisverleihung, 15. Mai, die RWTH besuchen und einen kurzen Vortrag zu aktuellen europäischen Themen halten und anschließend mit den Studierenden diskutieren.

„Als Besonderheit in diesem Jahr“ bezeichnet Oberbürgermeister Marcel Philipp einen Programmpunkt, der ihm sehr am Herzen liegt: die Eröffnung des „Grashauses“ am Fischmarkt. So wird am Samstag, 9. Mai, die Station Europa der Route Charlemagne eröffnet. Das Grashaus soll vor allem die junge Generation ansprechen, die sich in die Diskussion über Gegenwart und Zukunft Europas einbringen soll.

Auch verwies Philipp auf die Verleihung der Karlsmedaille für europäische Medien. Zum 15. Mal werden Persönlichkeiten oder Institutionen ausgezeichnet, die sich auf dem Gebiet der Medien in besonderer Weise um die europäische Einigung verdient gemacht haben. Im Krönungssaal wird am Donnerstag, 30. April, um 17 Uhr die OSZE-Beauftragte für die Freiheit der Medien, Dunja Mijatovic, mit der Karlspreismedaille ausgezeichnet.

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