Aachen: Gruselgefahr mit Horrorfiguren aus der französischen Literatur

Aachen: Gruselgefahr mit Horrorfiguren aus der französischen Literatur

Herrlich verrückt: Das einzige Horrortheater in Deutschland zeigt jetzt im Theater 99 das neue Stück „Paris! — Geschichten der französischen Schauerliteratur“ in der Reihe „Das Kabinett des Doktor Tumblety“. Gruselig und blutig soll es am 26. April auf jeden Fall werden — das verspricht beredt Gordon L. Schmitz, der mit seiner Frau Anna Melchiors das spukige Unternehmen leitet.

Francis Tumblety ist eine historische Figur (1833-1903) von höchst zweifelhaftem Ruf. Der selbst ernannte Doktor aus Kanada fiel durch verquere Experimente an Menschen auf und wurde sogar zeitweise als Jack the Ripper verdächtigt. In Deutschlands „einzigem Horrortheater“ wird Dr. Tumblety mit seinem Kuriositätenkabinett im Paris des 20. Jahrhunderts auftauchen. Es geht nicht nur um eine alte Guillotine, die die Massen in seine Schau locken soll. Der untote Literat Marcel Proust steht Dr. Tumblety zur Seite und berichtet von einem Phantom, das einst in den Kellergewölben der Oper sein Unwesen trieb… Aber auch „Fantomas“, der unheimliche Meisterverbrecher, bei manchen noch in Erinnerung durch Jean Marais mit blauem Filmgesicht, hinterlässt blutige Spuren in der gehobenen Gesellschaft von Paris.

Drei Szenerien also, drei Geschichten, die die französische Horrorliteratur nach der Jahrhundertwende widerspiegelt: eine klassische Grand Guignol-Szene, ein unheimlicher Einblick in die Welt des „Phantoms der Oper“ und eine gefährliche Ermittlung im Falle Fantomas werden das Nervenkostüm des Publikums attackieren. „Also blutig wird‘s schon“, feixt Gordon L. Schmitz, der sich mit seiner Truppe im Spätsommer fest als „ Hamburger Horrortheater“ in der Hansestadt niederlassen wird.

Theater 99-Leiterin Jutta Kröhnert ist sich mit Schmitz einig, dass ihr „Kellertheater“ ganz famos zum Gruselstück passt. „Nischentheater hier wie dort“, merkt Schmitz an und freut sich auf das Grauen, das die Zuschauer „mit Sicherheit“ spüren werden. Vier Personen und eine Erzählerfigur genügen, um die Angst zum Vergnügen zu machen — der unheimliche Doktor Tumblety entnimmt menschliche Organe und wird als Mörder verdächtigt. 150 Minuten einschließlich Pause soll das kleine „Schock-Stück“ dauern — es besteht höchste Gruselgefahr.

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