Aachen: Grundschule Am Höfling nimmt Aufzug in Betrieb

Aachen : Grundschule Am Höfling nimmt Aufzug in Betrieb

Schöne Bescherung für die Gemeinschaftsgrundschule Am Höfling in Burtscheid: Die Schulgemeinschaft verfügt jetzt einen nagelneuen Aufzug. Am Donnerstag wurde die Anlage offiziell in Betrieb genommen.

Unter dem Applaus seiner Mitschülerinnen und Mitschüler durchtrennte Tobias aus der Fuchsklasse feierlich das rote Band. Und dann durften alle Kinder in kleinen Gruppen einmal mit dem Aufzug rauf und runter fahren.

So sah es zwischendurch.

Der Aufzug ist der nächste Schritt auf dem Weg zur Barrierefreiheit in der Schule. Ein wichtiger Schritt, wie Schulleiter Ulrich Nellessen den Kindern erklärte. Denn nun erreichen auch Schüler, die nicht so gut laufen können, alle Ebenen des Gebäudes problemlos.

Die Schule Am Höfling ist eine von zwei Grundschulen in Aachen, die zu inklusiven Schwerpunktschulen ausgebaut werden: für das gemeinsame Lernen mit Kindern, die in den Schwerpunkten körperlich-motorische Entwicklung und geistige Entwicklung besondere Förderung brauchen. Die Montessori-Grundschule Eilendorf wird ebenfalls zur Schwerpunktschule ausgebaut.

Sogar eine Treppe versetzt

Der gemeinsame Unterricht von Kindern mit und ohne Handicap ist Am Höfling allerdings nichts Neues. Seit 1990, also seit 27 Jahren, sagte Nellessen, „haben wir an unserer Schule auch Kinder, die sonst auf spezielle Schulen müssten, weil sie in manchen Bereichen Hilfe brauchen“. Für Kinder, die nicht so gut Treppen steigen können, gab es auch früher schon Hilfen: Rampen an den Schulhofstufen und Lifte an den Treppen — für die die frühere Schulleiterin Anita Groß seinerzeit noch Spenden sammeln musste.

„Und trotzdem kamen manche Kinder nicht überall hin“, sagt Nellessen. Auch einige Kinder aus der Fuchsklasse können sich noch gut daran erinnern, dass die Lehrerin ihre Mitschülerin auf dem Rücken über die Treppe zum Hausaufgabenraum tragen musste. „Blöd“, meinten sie.

Dem Höfling einen Aufzug zu verschaffen, war allerdings ein ziemliches Unterfangen. In Teilen steht das Schulgebäude unter Denkmalschutz. Und der Aufzug musste auch noch „an der kompliziertesten Stelle im Gebäude“ eingebaut werden, wie Nellessen bei der kleinen Feierstunde erläuterte.

Dafür wurden Wände eingerissen, Fußböden und Decken aufgeschnitten und sogar eine Treppenanlage versetzt. Laute und dreckige Arbeiten fanden vor allem in den Sommer- und Herbstferien statt — was dazu führte, dass die Ferienspiele quasi auf der Baustelle stattfanden, wie sich OGS-Koordinatorin Petra Josephs erinnerte.

Die Kosten der von den Aachener Architekturbüros Hahn + Helten sowie Frey betreuten Baumaßnahme belaufen sich auf rund 300 000 Euro. Ein dickes Dankeschön ging an alle Beteiligten und auch Kerstin Witte vom Gebäudemanagement, die das Projekt betreut hatte. „Das war toll organisiert“, lobte Konrektorin Katrin Weber. Einige Arbeiten seien sogar in die Nacht verlegt worden, um den Schulbetrieb nicht zu stören.

Mit einem Pflegebad und dem neuen Aufzug ist die Grundschule Am Höfling der Barrierefreiheit einen großen Schritt nähergekommen. Wo jetzt die Pausenhalle steht, wird eine barrierefreie Multifunktionsaula gebaut. Hier ist der Bauantrag allerdings noch nicht gestellt. Vor Sommer 2018 wird dort wohl nichts passieren. In einem weiteren Schritt steht schließlich noch der Bau eines Therapieraums an. Aktuell hat die GGS Am Höfling 286 Schülerinnen und Schüler, 30 von ihnen mit besonderem Förderbedarf.