Grundschule Am Fischmarkt Aachen mit Fairplay-Preis ausgezeichnet

Sport soll Selbstbewusstsein der Schülerinnen und Schüler fördern : Zur Belohnung gibt es jetzt eine Basketball-AG

Die Trikots gehen ihnen fast bis zu den Knien. Doch wenn die Kinder der Katholischen Grundschule am Fischmarkt ihre Basketbälle in den Händen halten, sind sie die Größten.

So war es auch Ende Januar bei der jährlichen Basketball-Stadtmeisterschaft der Aachener Grundschulen. Bei dem Turnier konnte das „A-Team Fischmarkt“, wie die Mannschaft der offenen Ganztagesgrundschule am Fischmarkt hieß, zwar wenig Spiele für sich entscheiden. Und doch gewann das Team den erstmalig vergebenen Fairplay-Pokal. Denn die kleinen Sportler hatten sich kein einziges Foul zuschulden kommen lassen. Als dann noch die Wertung eines entscheidenden Korbes fraglich war, zeigte sich die Mannschaft unter Leitung der Sportlehrerin Jutta Heller ebenfalls außergewöhnlich fair. „Wir haben der anderen Mannschaft den Sieg gegeben“, erklärte Heller entspannt.

Doch sollten diese Leistungen, neben dem Pokal, nicht wie gewohnt mit Medaillen belohnt werden, entschieden die Verantwortlichen des Turniers in Abstimmung mit dem Sponsor, der Sparda-Bank. Stattdessen sollte die Extraportion Fairness der Grundschule am Fischmarkt mit einer Basketball-Arbeitsgemeinschaft, kurz AG, belohnt werden. Basketball-Trainer der Aachener Turngemeinde (ATG) werden von Ostern bis zu den Sommerferien interessierte Dritt- und Viertklässler der Grundschule coachen. „Allein in den dritten Klassen haben sich elf Kinder angemeldet“, betonte Schulleiterin Ilona Orlikowski glücklich. Für eine Jahrgangsstärke von 40 Kindern sei das beachtlich.

Die kleinen Sportler seien jedenfalls vollauf von ihrem Fairplay-Pokal begeistert gewesen. „Die Kinder waren die Größten – als hätten sie Olympia gewonnen“, erzählte Heller lachend. Sie sei ebenso froh über die neue AG wie ihre Schulleiterin. Sie weiß aus täglicher Erfahrung: „Es ist total wichtig, dass die Kinder einen Bereich finden, in dem sie zu mehr Selbstbewusstsein kommen.“ Dieser Bereich müsse für die nun an der Basketball-AG teilnehmenden Kinder gar nicht der Basketball sein. Allein einen Zugang zu Sport zu finden, sei schon entscheidend. „Die Lust an Sport kann man erst bekommen, wenn man einen ausprobiert“, erläuterte Ilona Orlikowski, die diese Chance so vielen Kindern wie möglich geben will.

Gemeinsam mit der Sparda-Bank und der Bürgerstiftung Lebensraum, wolle die Stadt Aachen das „nicht selbstverständliche sportliche Engagement der Schule“, wie Lara Montag vom Fachbereich Sport der Stadt Aachen sagte, selbstverständlich unterstützen. In der Basketball-AG werden sich die Trainer auf jeden Fall keine Sorge um Rempeleien und ähnliches machen müssen – den Fairplay-Pokal haben die Kinder in bester Erinnerung.