Entscheidung nächste Woche: Grünenthal drohen weitere Entlassungen

Entscheidung nächste Woche : Grünenthal drohen weitere Entlassungen

Die Mitarbeiter des Aachener Pharmaunternehmens Grünenthal sollen Anfang nächster Woche darüber informiert werden, welche Auswirkungen die geplanten Umstrukturierungen haben werden.

Auf Anfrage erklärte Grünenthal am Dienstag, bislang sei keine Vereinbarung zwischen Geschäftsführung, Betriebsrat und Gewerkschaft unterzeichnet worden.

Seit 2017 haben bei Grünenthal mehr als 600 Menschen ihre Arbeit verloren, nach Recherchen unserer Zeitung war im Mai geplant, bis zu 435 weitere Mitarbeiter am Standort Aachen zu entlassen. Geschäftsführer Gabriel Baertschi, seit 2016 im Unternehmen, hatte erklärt, vor allem die Forschungsabteilung vollkommen neu aufstellen zu wollen. Betroffene Mitarbeiter interpretierten Baertschis Pläne eher so, als wolle er die Forschung, einst der Stolz des Unternehmens, mehr oder weniger ausgliedern. Der Betriebsrat hatte im Mai erklärt, „schockiert über den Umfang der geplanten Umstrukturierung“ zu sein.

Weltweit beschäftigt Grünenthal 4900 Menschen, am Standort Aachen sind es noch etwa 1900. Der Betriebsrat hatte vor einigen Wochen versucht, anlässlich eines Firmenbesuchs Kontakt mit dem früheren Geschäftsführer und Gesellschafter Michael Wirtz (80) aufzunehmen, um auf diese Weise vielleicht das Schlimmste für die Mitarbeiter am Standort Aachen zu verhindern. Doch zu dieser Kontaktaufnahme kam es nicht. Nach Darstellung des Betriebsrates verhinderte die Geschäftsführung ein Zusammentreffen von Wirtz und seinen Mitarbeitern.

Stattdessen hielten etwa 200 Grünenthal-Beschäftigte eine Mahnwache vor dem Unternehmen, um so gegen die bevorstehenden Entlassungen zu protestieren. Ob dies Einfluss auf die Pläne von Geschäftsführer Baertschi hatte, werden die Mitarbeiter nun voraussichtlich nächste Woche erfahren.

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