Aachen: Grüne wollen neue Fußgängerzonen

Aachen : Grüne wollen neue Fußgängerzonen

Geht es nach den Grünen, dann gibt es demnächst in der Innenstadt etliche Meter Fußgängerzone mehr. In einem Ratsantrag fordert die Fraktion, das Netz an Fußgängerzonen in der City zu vervollständigen und konkret das Altstadtquartier rund um den Büchel als Fußgängerzone auszuweisen. Die Erschließung für den Autoverkehr soll so gestaltet werden, dass Durchgangsverkehr künftig vermieden wird.

Mit ihrem Antrag legen die Grünen beim Reizthema Büchel noch einmal nach. Und sie greifen ein altes städtisches Projekt wieder auf. Denn die Idee, das Büchel-Umfeld aufzuwerten und die Adalbert­straße und die Bereiche rund um Dom und Rathaus durchgängig mit Fußgängerzonen zu verbinden, steht so schon im Leitplan „Innenstadtkonzept 2002“, der seinerzeit vom Rat verabschiedet wurde.

Rund um den Büchel sollen weniger Autos fahren, fordert Wilfried Fischer, mobilitätspolitischer Sprecher der Grünen. Foto: Harald Krömer

Anfang März hatten die Grünen in einem Ratsantrag gefordert, kein Geld mehr in das Parkhaus Büchel zu stecken, sondern den maroden Bau möglichst schnell für den öffentlichen Parkverkehr zu schließen und dann auch zeitnah abzureißen. „Das Parkhaus muss vor dem Weihnachtsgeschäft zugemacht werden“, bekräftigte Wilfried Fischer, mobilitätspolitischer Sprecher der Grünen im Rat, am Freitag mit Blick auf die Bemühungen, die Luftqualität in der Innenstadt zu verbessern.

Bei einem Ortstermin an der Ecke Ursuliner­straße/Buchkremer­straße erläuterte Fischer den neuen, weiterführenden Antrag seiner Fraktion. Denn wenn das Parkhaus nicht mehr von Autofahrern angesteuert wird, finden die Grünen, dann müssen in einem nächsten Schritt die Straßen und Sträßchen drum herum angepackt und aufgewertet werden. „Und das kann geschehen, bevor mit der Umgestaltung des Altstadtquartiers Büchel begonnen wird“, sagt Fischer.

Die Grünen schlagen einen Verbund an neuen Fußgängerzonen vor. Konkret in den Blick nehmen sie Ursulinerstraße, Buchkremer­straße, Büchel, Nikolausstraße, Kleinkölnstraße, Minoritenstraße und Mefferdatisstraße. „Das vorhandene Netz an Fußgängerzonen wird derzeit zerschnitten von den Straßen zum Parkhaus hin und vom Parkhaus wieder weg“, kritisiert Fischer. Er ist überzeugt: Neue Fußgängerzonen würden auch die Geschäftslagen am Büchel oder in der Mefferdatisstraße attraktiver machen und dort verstärkt zum Bummeln einladen.

Die allermeisten Autofahrer, die von der Peterstraße über Ursulinerstraße und Buchkremerstraße Richtung Büchel rollen, wollen ins Parkhaus, argumentieren die Grünen. Sobald das Parkhaus zu sei, müsse ein Erschließungskonzept her, das für Anwohner, Lieferverkehr und zum Beispiel Hotelgäste die Zufahrt regele, den Durchgangsverkehr aber aus dem Quartier heraushalte. „Da sind die Verkehrsplaner gefragt“, sagt Fischer. Auch für die Lenkung des Fahrradverkehrs müsse ein Konzept erarbeitet werden.

Presslufthammer im Einsatz

Und wenn das Parkhaus auf absehbare Zeit nicht geschlossen wird? „Dann sollte zumindest der Verkehr rund um den Büchel anders organisiert werden“, sagt Fischer. „Wir wollen diesen Durchgangsverkehr nicht mehr haben.“

Apropos Büchel-Parkhaus: Dort wird aktuell gearbeitet. Auf dem Dach des maroden Gebäudes waren am Freitag Bauarbeiter mit dem Presslufthammer zugange. „Derzeit werden Unfallgefahren beseitigt“, teilte Apag-Sprecherin Anne Körfer auf Anfrage mit.

Konkret würden Hohlräume aufgebrochen und anschließend wieder verfüllt. Mit den bereits vor Monaten aus Sicherheitsgründen abgepollerten Parkplätzen habe das nichts zu tun. Die bleiben gesperrt.

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