Aachen: Grüne wollen „e.GO Mover“ in der City testen

Aachen : Grüne wollen „e.GO Mover“ in der City testen

Der „e.GO Mover“ als Marktliner? Mit der Idee, Elektro-Kleinbusse im Testbetrieb über den Markt zu führen, greifen die Grünen in die aktuelle Verkehrsdiskussion ein. Einen entsprechenden Rats­antrag stellten Achim Ferrari, Ratsmitglied und Vorsitzender des städtischen Mobilitätsausschusses, und Relindis Becker, sachkundige Bürgerin der Grünen, jetzt im Schatten des Rathauses auf dem Markt vor — dort, wo der „e.GO Mover“ nach den Vorstellungen der Grünen irgendwann testweise rollen könnte.

Vor Jahren fuhr die Aseag-Linie 4 über den Markt. Dass man die erneute Einführung eines solchen Marktliners zumindest prüfen lassen möchte, sei politischer Konsens, erinnerte Ferrari. Dazu gebe es politische Beschlüsse. „Warum probiert man dann nicht gleich den ‚e.GO Mover‘ aus?“

Der elektrobetriebene Kleinbus, der in der höchsten Automatisierungsstufe autonom fahren können soll, war jüngst vom Vorstandsvorsitzenden der Aachener e.GO Mobile AG, Prof. Günther Schuh, im Rahmen des Aachener Werkzeugmaschinenkolloquiums und der Eröffnung des neuen Gebäudes des RWTH-Clusters Produktionstechnik vorgestellt worden.

Das Fahrzeug mit seiner präg­nanten eckigen Form kann bis zu 15 Personen transportieren. Der Elektro-Bus sei klein und sauber und biete so beste Voraussetzungen für einen Marktliner-Testlauf, ergänzt Relindis Becker. Mit dem „e.GO Mover“ könne sehr gut ausprobiert werden, wie stark eine Kleinbuslinie über den Markt frequentiert werde, sind die Grünen überzeugt.

In der nächsten Sitzung des Mobilitätsausschusses soll der Grünen-Antrag diskutiert werden. Günther Schuh habe zugesagt, in der Sitzung den „e.GO Mover“ vorzustellen, sagt Ferrari.

Die Teststrecke könnte nach Vorstellungen der Grünen zum Beispiel vom Hauptbahnhof über den Markt zum Campus-Gelände verlaufen. „Wer in Aachen am Hauptbahnhof ankommt, könnte direkt in den ‚e.GO Mover‘ steigen und sich bis auf den Markt fahren lassen“, überlegt Ferrari.

Natürlich kann man auch schon heute mit dem Bus bis nah ans Rathaus fahren. „Aber immer mehr Menschen in Aachen sind in ihrer Mobilität eingeschränkt“, erinnert Relindis Becker. „Vom Elisenbrunnen bergauf bis zum Markt, das schafft nicht jeder.“

Wie viele Fahrzeuge für einen solchen Testbetrieb nötig wären, wie die Taktung aussehen könnte und vor allem, was das Ganze kostet, das hätten die Grünen gerne von der Verwaltung — und der Aseag — ermittelt.

Der „e.GO Mover“ im Testlauf mitten durch die Innenstadt, das wäre außerdem auch eine schöne Visitenkarte, argumentiert Becker. „Wir fordern schon lange, dass im Stadtbild sichtbarer werden muss, was an der RWTH und der FH geforscht und entwickelt wird.“ Mit dem Elektro-Bus könnte man E-Mobilität aus Aachen sichtbar machen. „Und damit kann man ruhig mal angeben.“

Fürs Pressefoto hatten die Grünen am Donnerstag schon mal ein kleines Marktliner-Haltestellenschild am Mast Nr. 8 angebracht — allerdings nur provisorisch angeklebt und flott wieder entfernt. Mit einem eigenmächtig aufgehängten Tempo-30-Schild auf dem Krugenofen hatte sich schließlich Grünen-Verkehrspolitiker Wilfried Fischer schon einmal juristischen Ärger eingehandelt.

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