Aachen: Grüne: Tür des Schwertbades schließt sich

Aachen : Grüne: Tür des Schwertbades schließt sich

Die Aachener Grünen setzen sich für die Erhaltung des Schwertbades und seinen 270 Arbeitsplätzen in Burtscheid ein und haben deshalb einen Offenen Brief an die Vorstandsvorsitzende des Trägers, die katholische Marienhaus-Stiftung, geschickt.

Darin heißt es unter anderem: „Wir möchten Ihnen mit diesem Brief unsere Sorge um die Zukunft der Reha-Klinik Schwertbad in Aachen zum Ausdruck bringen. Die Reha-Klinik ist ein wichtiger Teil des Aachener Kurwesens. Die Schließung der Einrichtung hätte neben dem Wegfall des Angebots auch sehr nachteilige Auswirkungen auf den stark durch das Kurwesen geprägten Stadtteil Burtscheid.“

Die Grünen haben mehrere Gespräche mit dem Betriebsrat und der Geschäftsführung geführt und kommen zu folgendem Schluss: „Die Tür schließt sich langsam für das Schwertbad in Burtscheid. Die Geschäftsführung der Reha-Klinik macht nach wie vor die Zustimmung der Belegschaft zu einem bis zu 20-prozentigen Lohnverzicht zur Bedingung für die Fortführung des Bades“, teilt Fraktionsgeschäftsführer Helmut Ludwig mit. Bis Ende nächster Woche solle sich der Betriebsrat erklären, ansonsten sei die Schließung der Einrichtung zum Ende des Jahres die notwendige Folge. Man wolle den Standort prinzipiell erhalten, habe die Geschäftsführung im Gespräch mit der Ratsfraktion erklärt. Allerdings sei der wirtschaftliche Weiterbetrieb nur mit deutlich niedrigeren Personalkosten möglich. Der Betriebsrat habe auf der anderen Seite klar gemacht, dass diese Bedingungen der Geschäftsführung von der Belegschaft nicht hingenommen würden.

Ludwig: „Die Art und Weise, wie die Belegschaft hier aber unter Druck gesetzt und mit dem Arbeitsplatzverlust bedroht wird, ist nicht akzeptabel.“ Das Schwertbad sei eine von insgesamt mehr als 70 Einrichtungen der Marienhaus Unternehmensgruppe. „Diese Holding wurde vor drei Jahren mit der Übernahme der Werke dreier Franziskanerinnenorden aus dem 19. Jahrhundert gegründet.“

Der Vorstand der Stiftung sehe sich in seinem Internetauftritt nach wie vor christlichen Werten verpflichtet und betone die Gemeinsamkeit mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei der Erreichung der unternehmerischen Ziele. Ludwig: „Diese Leitlinie steht allerdings in einem gewissen Widerspruch zu dem aktuellen Vorgehen in Aachen.“ In dem offenen Brief fordern die Grünen die Vorstandsvorsitzende auf, sich persönlich in Aachen um eine Lösung des Konflikts zu bemühen. Sollte das vergeblich bleiben, werde man eine Resolution in den Rat einbringen, kündigt Geschäftsführer Ludwig weiter an.

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