Aachen: Grüne: Mit Klimaschutz punkten

Aachen : Grüne: Mit Klimaschutz punkten

Allzu tief muss man in der Kiste der Begrifflichkeiten nicht wühlen, um das, was die Grünen bei den nordrhein-westfälischen Landtagswahlen erlebt haben, ein mittleres Desaster zu nennen. Nun wollen sie für die Ende September anstehende Bundestagswahl alles tun, damit sich ein solches nicht wiederholt.

Am Donnerstagabend versammelten sich die Mitglieder des Grünen-Kreisverbands Aachen in den Kurpark-Terrassen in Burtscheid, um sich auf den Wahlkampf vorzubereiten. Zu Gast war der Dürener Bundestagsabgeordnete der Grünen, Oliver Krischer. Dieser steckte die Zielvorgabe für die Wahl klar ab: „Es wird darum gehen, drittstärkste Kraft im Bund zu werden und eine schwarz-gelbe Regierung zu verhindern. Denn wenn wir den Klimaschutz nicht zum Thema machen, dann macht es keiner“, sagte er.

Dabei hätten insbesondere der Ausstieg aus der Kohle- und Atomenergie — zwei Kernforderungen der Grünen — gerade für die Region eine große Bedeutung. Ebenso forderte Krischer ein Umdenken in der Agrarpolitik. In Zeiten von zu hohen Nitratwerten, vergifteten Eiern und Massentierhaltung müssten staatliche Mittel vermehrt in umweltverträgliche Landwirtschaft fließen, die den Erhalt der Vielfalt von Tieren und Pflanzen gewährleisteten.

EU in der Pflicht

Alexander Tietz-Latza, der Bundestagskandidat für den Wahlkreis Aachen II (Aachen-Land), nahm indessen die EU in die Pflicht. Diese dürfe sich nicht alleine an ökonomischen Werten orientieren. Denn gerade in der Grenzregion sei den Menschen sehr bewusst, dass Feinstaub, Radioaktivität und ein sich veränderndes Klima eben nicht vor nationalen Grenzen Halt machten, sagte er. Unbedingt angegangen müssten vor dem aktuellen Hintergrund auch die Luftverschmutzung: „In Deutschland sterben zehnmal mehr Menschen an den Folgen der Feinstaubbelastung als im Straßenverkehr“, sagte er. Studien des Max-Planck-Instituts für Chemie gehen in Deutschland von jährlich 35.000 Toten durch Feinstaub und Ozon in der Atemluft aus.

Neben der Umwelt- und Agrarpolitik brachte Katrin Feldmann, die Kandidatin für den Wahlkreis Aachen I (Aachen-Stadt), noch die Flucht als weiteres Thema auf die Agenda. Sie forderte, endlich die Bereiche Flucht und Einwanderung klar zu trennen und damit sowohl Migranten als auch Asylsuchenden humane Lebensbedingungen bieten zu können. Und sie will dem Ruf der Grünen als vermeintliche Verbotspartei entgegenwirken: „Vielen Menschen macht das Angst, wenn wir sagen, dass wir zu neuen Ufern aufbrechen wollen. Wir sichern das aber ab und nehmen uns Zeit, die Leute auf diesem Weg mitzunehmen.“

Das alles geht natürlich nur in Regierungsverantwortung, wie auch Feldmann selbst deutlich machte. Es wird auf jeden Fall spannend, denn zurzeit liegt die Partei in Umfragen noch gleichauf mit der FDP bei etwa acht Prozent.

Thema Dieselskandal

Die nächsten Wahlkampfveranstaltungen der Grünen in Aachen: Dienstag, 22. August, 20.30 Uhr, Diskussion mit dem Bundestagsabgeordneten Oliver Krischer zum Dieselskandal in den Kurpark-Terrassen, Dammstraße 40; Mittwoch, 30. August, 20 Uhr: Gespräch mit dem Europa-Abgeordneten Sven Giegold auf dem Münsterplatz.

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