Aachen: Grüne machen sich im Rat für gefährdetes Wandgemälde stark

Aachen: Grüne machen sich im Rat für gefährdetes Wandgemälde stark

Im Kampf um den Erhalt eines Gemäldes des Aachener Wandmalers Klaus Paier erhält eine kürzlich formierte Initiative nun offiziell Unterstützung von den Grünen. Per Ratsantrag wollen sie auf eine Unterschutzstellung des bereits stark angegriffenen Bildes „Zwischen den Tagen“ auf dem Hochschulgelände am Augustinerbach hinwirken.

Das Bild gehört zu den Klassikern des 2009 gestorbenen Künstlers Paier, der in den 70er und 80er Jahren mit seiner Graffitikunst auf Wänden in der Aachener Innenstadt für Furore sorgte. Atomkraft, Krieg, Faschismus, Apartheid waren Kernthemen seiner Bilder, immer wieder ging es jedoch auch um persönliche Gefühlslagen, um Liebesbeziehungen, Verlustängste und Freundschaften.

„Ich will an die Wand bringen, was mir Angst und Lust macht“, sagte Paier, der meist nachts und lange Zeit im Schutz der Anonymität arbeitete. Während seine Arbeiten anfangs auch auf Argwohn und Ablehnung in der Aachener Bevölkerung stießen, gelten sie heute als weitgehend anerkannt und unumstritten. „Sie sind unbedingt erhaltenswert“, meinen auch die Grünen, die damit der Initiative um Margret Vallot und die Internetplattform www.unserAC.de zur Seite springen. Letztere haben kürzlich öffentlich auf den kritischen Zustand von „Zwischen den Tagen“ hingewiesen und sich für den Erhalt stark gemacht.

Um das Wandgemälde dauerhaft erhalten zu können, sollte die Wand unter Denkmalschutz gestellt werden, fordern die Grünen in ihrem Ratsantrag. Damit geht zugleich ein Appell einher an den RWTH-Rektor und den Bau- und Liegenschaftsbetriebes des Landes (BLB), „die notwendigen Maßnahmen“ für den Erhalt des Bildes zu ergreifen. Der BLB ist zuständig für die Wand.

Paiers Werk ist derzeit mehr schlecht als recht durch einige zerfledderte Kunststoffplanen geschützt. Wesentliche Teile der Mauer bröckeln bereits weg. Der poröse Untergrund und die Witterung haben dem Bild arg zugesetzt.

Schon heute existieren viele Wandgemälde von Paier nur noch als Fotografie. Die Originale verschwanden bei Um- und Neubauten, wurden oftmals übermalt oder zerstört, darunter auch das „Bunkerbild“ an der Saarstraße, das an die standrechtliche Erschießung zweier Jungen gegen Ende des Zweiten Weltkriegs erinnerte.

Zwischenzeitlich wurde ein Graffito („Liebespaar“ an der Pontstraße) unter Denkmalschutz gestellt, andere sollen laut Ratsbeschluss zumindest nicht mehr entfernt werden.

Ob der Erhalt von „Zwischen den Tagen“ gelingt, muss sich noch zeigen. Die jüngst gegründete Initiative hofft auf weitere Unterstützer. Sie strebt den Schutz des Kunstwerks hinter einer Plexiglasscheibe an, kann sich aber auch vorstellen, das Wandgemälde abzutragen und an anderer Stelle neuaufzubauen.

(gei)
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