Aachen: Grüne machen Druck bei Radwegsanierung

Aachen : Grüne machen Druck bei Radwegsanierung

Nach dem Willen der Grünen soll die schwarz-rote Ratsmehrheit jetzt Farbe bekennen, wie ernst es ihr mit der Förderung des Radverkehrs noch ist. Anlass ist der desaströse Zustand des Radwegs entlang der Breslauer Straße, von dem ein Abschnitt seit nunmehr anderthalb Jahren komplett gesperrt ist. Auch die noch befahrbare Seite kann nur noch als bedingt verkehrssicher gelten.

In einem Ratsantrag fordern die Grünen, dass das notwendige Geld für eine beidseitige Sanierung des Radwegs spätestens für 2017 bereitgestellt werden soll. Weil aktuell auch die Stolberger Straße überplant wird, „wäre jetzt ein günstiger Zeitpunkt, auch die Sanierung des gesamten Radwegs bis zum Berliner Ring in Angriff zu nehmen“, argumentieren die Grünen.

Die Zustände entlang der Breslauer Straße sind aus Radfahrersicht schon seit langem unhaltbar. Während die Fahrspuren für Autofahrer regelmäßig in Schuss gehalten werden, müssen Radler mit einer Rumpelstrecke vorlieb nehmen, an der seit Jahren nichts mehr getan wurde. Die Folge sind hochstehende Kanaldeckel, Risse im Pflaster und Verwerfungen durch drückendes Wurzelwerk. Die Seite entlang des Real-Marktes musste aus Sicherheitsgründen bereits im Januar 2015 gesperrt werden, doch gleich gegenüber sieht es nicht viel besser aus. „Hier nutzen auf schmalem Meter und in beide Fahrtrichtungen alle gemeinsam den vorhandenen Weg. Radfahrer, Fußgänger mit und ohne Hund, Menschen mit Kinderwagen, Trolleys oder Mobilitätshilfen, sie alle tummeln sich auf dem maroden Streifen, der holprig und voller Schäden ist“, konstatieren die Grünen.

Inzwischen weichen mutige Radler bereits auf die stark befahrene Fahrbahn aus, um das Gewerbegebiet Hüls oder die Berufsschule anzusteuern, was angesichts des hohen Tempos, das dort gefahren wird, hoch gefährlich ist. Die Sanierung und der Ausbau der Radverkehrsanlagen zwischen Stolberger Straße und Berliner Ring sei daher „längst überfällig“, stellen nicht nur die Grünen fest.

Von Seiten des Radfahrerclubs ADFC wird die mangelnde Pflege der Radwege nicht nur dort seit langem beklagt. Einige Mitglieder sprechen bereits von einem „beispiellosen Niedergang der inzwischen nur noch angeblichen Förderung des Radverkehrs in Aachen“, die Stadt sei auf dem Weg, sich zur „fahrradfeindlichsten Großstadt Deutschlands“ zu entwickeln.

Unterdessen hat die Verwaltung offenbar Pläne für die Sanierung des Radwegs Breslauer Straße ausgearbeitet. Demnach soll der Radweg entlang der „Real-Seite“ wegfallen und „entsiegelt“ werden, die gegenüberliegende Seite soll komplett erneuert werden. Dies ist nunmehr für 2017 vorgesehen — bis dahin will die Stadt die schlimmsten Schäden provisorisch beseitigen.

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