Aachen: Gründer aus der Region brauchen mehr als eine zündende Idee

Aachen : Gründer aus der Region brauchen mehr als eine zündende Idee

Kurz vor den Abiturprüfungen haben die meisten Schüler vermutlich andere Dinge im Kopf, als ein Unternehmen zu gründen. Bei den Bewerbern um den Deutschen Gründerpreis hat jedoch auch das noch Platz im Terminkalender. Am Donnerstag gingen die neun Teams der Städteregion bei der Auftaktveranstaltung zum diesjährigen Wettbewerb an den Start.

Vorweg: Bei dem Wettbewerb geht es nicht darum, dass Schüler mit realen Millionenbeträgen jonglieren und tatsächlich schon eine eigene Firma gründen. Es ist ein virtuelles Planspiel, das hier durchgespielt wird. Aber hinter den Ideen, das zeigte sich an diesem Nachmittag, steckt bereits eine Menge Innovationsgeist.

Und ein Hinweis darauf, dass nicht alles davon nach dem Wettbewerb wieder in einer Schublade verschwindet, war die Anwesenheit von Vertretern der Gründerregion Aachen und der Sparkasse. Letztere in Person von Cathrin Dauven, Leiterin der Investitionsförderung, welche die Projektpräsentationen mit Interesse verfolgte. „Alleine die vielen Anmeldungen zeigen, dass junge Leute offensichtlich durchaus Interesse am Verständnis von wirtschaftlichen Zusammenhängen haben“, sagte sie.

Von der Idee zur Produktreife

Im Zuge des Planspiels erwarten die Schüler alle Aufgaben, die auch reale Existenzgründer zu bewältigen haben: Eine zündende Idee zu haben, den Markt abtasten, Zielgruppen definieren, einen Finanzierungsplan erstellen und das Produkt am Ende auch verkaufen. „Dabei ist es egal, wie weit man in dem Wettbewerb kommt, die Erfahrungen die man dabei sammelt, bleiben auf jeden Fall erhalten“, so die Spielbetreuerin der Sparkasse, Svenja Kirchhoff.

Tatsächlich ließen die Gruppenpräsentationen schon erahnen, welches Potenzial in den Schülerköpfen schlummert. Die „Moneo GmbH“ vom Heilig-Geist-Gymnasium in Würselen etwa will ein System entwickeln, das Martinshörner im Straßenverkehr erkennt und den Autofahrer zur Bildung einer Rettungsgasse auffordert.

Die Gruppe „Top Listener“ vom Pius-Gymnasium will mittels Vibrationen über zwei Armbänder Gehörlosen den Musikgenuss ermöglichen. Und mit einer besonderen Idee überraschte das Team „Merhaba GmbH“ vom Gymnasium Alsdorf, das eine Tagespflegeeinrichtung gründen will, die speziell auf die Bedürfnisse muslimischer Senioren ausgerichtet ist.

Am Wettbewerb nehmen bundesweit rund 4000 Schüler teil, wobei sich die Städteregion jüngst besonders hervorgetan hat: 2014 und 2016 stellte das Heilig-Geist-Gymnasium zwei Mal den Bundessieger. Bis dahin ist es für die aktuellen Teilnehmer noch ein weiter Weg. Bis Ende Mai müssen die Konzepte stehen und werden von einer Expertenjury bewertet. Auf regionaler Ebene findet die Siegerehrung am 7. Juni in Aachen statt.

Mehr von Aachener Nachrichten