Raeren/Aachen: Großfeuer in Eynatten: Brandgeruch auch im Stadtgebiet

Raeren/Aachen: Großfeuer in Eynatten: Brandgeruch auch im Stadtgebiet

Fünf Meter hoch schlugen die Flammen aus der Halle 4, als die Feuerwehren aus Ostbelgien in der Nacht zum Dienstag auf dem Gelände des Schaumstoffherstellers NMC in Eynatten, einem Ortsteil von Raeren, eintrafen.

Sofort wurde Großalarm ausgelöst, zusätzlich zu den Wehren aus Eupen, Kelmis und Lontzen wurde über die Leitstelle in Lüttich Hilfe aus Aachen angefordert. Die Aachener Wehr setzte unverzüglich die Löschzüge Walheim und Sief der Freiwilligen Feuerwehr und einen Schlauchwagen, ein Tanklöschfahrzeug und eine Hubrettungsbühne der Berufswehr in Gang, um die Löscharbeiten zu unterstützen — insgesamt eilten 40 Kräfte zu Hilfe.

Viel zu löschen war an der Halle 4 nicht mehr, aber man konnte zumindest mit vereinten Kräften verhindern, dass das Feuer auf andere Gebäude übergriff. Und von denen gibt es auf dem Gelände der 1950 gegründeten Firma reichlich. Allein die Lagerhallen sind 50.000 Quadratmeter groß, dazu gesellen sich noch sechs Produktionshallen mit insgesamt 40.000 Quadratmeter Fläche, berichtet Geschäftsführer Hubert Bosten. Schaumstoff als Grundmaterial sei zwar ein sicherer Rohstoff, wenn er jedoch einmal brenne, entwickle er eine erhebliche Energie. Deshalb sei auch auf dem Areal des Unternehmens nahe der Eupener Straße der Brandfall immer wieder grenzüberschreitend geübt worden.

Und das funktionierte auch in der Nacht zum Dienstag. Alle Wehren nahmen ihre Positionen ein, um die Brandschutzwände und -türen zu kühlen. Dennoch dauerte es bis 5.30 Uhr, bis die Flammen unter Kontrolle waren, die Nachlöscharbeiten zogen sich noch bis zum frühen Nachmittag hin. In der unmittelbaren Umgebung der weltweit tätigen Firma, die in der Eynattener Zentrale 480 Mitarbeiter beschäftigt, wurden die Anwohner aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Messungen des belgischen Zivilschutzes ergaben, dass keine Gefährdung der Bevölkerung durch giftige Stoffe vorliege.

Als in der Aachener Leitstelle an der Stolberger Straße vermehrt Anrufe über starke Geruchsbelästigungen eingingen, zunächst im Aachener Süden, später aber auch im Bereich Boxgraben und Vaalserquartier, wurden auch in Aachen Messungen vorgenommen, insgesamt waren vier Spezialfahrzeuge auf der Straße. Einsatzleiter Max Nüßler: „Es wurde auf verschiedene Stoffe getestet, es konnten aber keine erhöhten Werte festgestellt werden.“ Eine Gefährdung der Bevölkerung könne somit ausgeschlossen werden.

Menschen wurden bei dem Großfeuer nicht verletzt, den Sachschaden schätzt die Firma auf zwei bis 2,5 Millionen Euro. Die Brandursache ist noch nicht geklärt, Geschäftsführer Bosten hält einen Kurzschluss für möglich. Er verweist darauf, dass die in Halle 4 gelagerte Ware, Isolationsmaterial für die Bauindustrie, schwer entflammbar sei. Schon 2007 war es zu einem Großbrand gekommen, damals wurde die Ursache nicht endgültig geklärt, Selbstentzündung konnte nicht ausgeschlossen werden. Damals lag der Schaden bei 4,5 Millionen Euro.