Tellschützen feiern runden Geburtstag: Großer Aufwand für eine große Feier

Tellschützen feiern runden Geburtstag : Großer Aufwand für eine große Feier

Die Burtscheider Tellschützen-Gesellschaft feiert ihr 200-jähriges Bestehen. Dazu gibt es ein großes Jubiläumsprogramm in der Zeit vom 24. August bis 1. September.

„Unter den Armbrustschützen ist dieses Jubiläum wohl einzigartig. Uns ist kein zweiter Verein mit einer solchen Historie bekannt“, erklärt Wilfried Sauer stolz. Mit seinem Vorstandsteam bereitet der erste Vorsitzende seit Monaten das große Jubiläumsprogramm zum 200-jährigen Bestehen der Burtscheider-Tellschützen Gesellschaft vor. Vom 24. August bis 1. September geht es rund um den Schießstand an der Robert-Schuman-Straße 40 hoch her. Mehrere Festzüge samt musikalischer Begleitung durch den Instrumentalverein Eilendorf und das Trommler- und Pfeiferkorps Aachen-Burtscheid sowie grün-weiße Fähnchenketten in der Fußgängerzone lenken die Aufmerksamkeit der Passanten auf das Fest.

„Höhepunkte sind der Jubiläums-Schützenball mit den „Wheels“ am Samstag, 24. August, sowie der Festzug zur Schützenwiese und das Bundeskönigsschießen am Sonntag, 1. September. Zur Gratulationscour am Sonntag, 25. August, werden neben NRW-Ministerpräsident Armin Laschet Vertreter des Landesverbandes der Armbrustschützen erwartet“, kündigt Sauer an.

Besondere Ehrungen erhalten Hermann Heimbach für 50 Jahre Mitgliedschaft sowie Egidius Stenten und Jean Vandenplas für jeweils 40 Jahre Mitgliedschaft. „Es wird heutzutage immer schwieriger, junge Menschen zu finden, die ihre Freizeit im Verein verbringen. An den bevorstehenden Festtagen feiern wir auch für diejenigen mit, die unseren Verein aufgebaut und getragen haben und dieses besondere Jubiläum leider nicht mehr miterleben können“, betont Schriftführer Tim Buchem.

Der Schießsport, der von der Jugend an bis ins hohe Alter seine Freunde findet, verbinde die Generationen und biete den Mitgliedern ein Stück Heimat über das Sportliche hinaus. „Der Verein erfüllt eine wichtige soziale Funktion im Stadtteil“, weiß Frank Prömpeler, der bei der Festorganisation hilft. Sein Sohn Max ist Schützenprinz 2018/2019 und plant sich zukünftig verstärkt im Verein zu engagieren.

„Wichtig ist uns, dass wir als Team zusammenarbeiten. Natürlich muss es in einem Verein einen Vorstand mit einem Vorsitzenden geben. Wir entscheiden aber alles gemeinsam und packen vor allem gemeinsam an. Anders wäre eine solche Vorbereitung wie zum zehntägigen Jubiläumsprogramm gar nicht zu schaffen gewesen“, betont Wilfried Sauer.

Von der Programmplanung über die Dekoration und die Organisation der Festzüge bis hin zu den Einladungsschreiben und der Akquise der Medaillenstifter und der Platzierung und personellen Bestückung der Bierwagen steht bis zum großen Tag einiges auf der Agenda.

Beim Bundesfest am Sonntag, 1. September, sind es stolze 38 mitwirkende Vereine und acht Orchester, die es zu koordinieren gilt. „Das ist eine irre Logistik. Wir werden den Festzug am Kapellenplatz abnehmen“, erklärt Wilfried Sauer, seit drei Jahren Vorsitzender. Hand in Hand arbeitet er mit seinem Stellvertreter Karl-Heinz Schmitz. „Solch ein Jubiläum ist schon eine Hausnummer, und da verteilen wir die Organisation auf viele Schultern“, sagt Sauer, der durch seinen Vater zum Schießsport fand und seit 23 Jahren aktives Mitglied ist.

Bis 2021 möchte er noch den Vorsitz führen, wünscht sich, dass noch neue junge Leute den Verein verstärken – ab sechs Jahren können Mädchen und Jungen mit der Kinderarmbrust üben. Mit 14 auf die große Stange schießen. „Immerhin ist das deutsche Schützenwesen immaterielles Kulturerbe und ein wichtiger, historisch gewachsener und lebendiger Teil der regionalen wie lokalen Identität“, unterstreicht Frank Prömpeler. Übrigens: Nicht immer waren die Tellschützen nach Schillers Meisterwerk „Wilhelm Tell“ benannt. 1819 erfolgte die Gründung unter dem Namen „Belle Alliance Bogenschützen-Gesellschaft“, und erst 1833 erfolgte die Umbenennung in „Tell's Schützengesellschaft“. 1897 erhielt der Verein aufgrund der Eingemeindung der Stadt Burtscheid in die Stadt Aachen seinen heutigen Namen Burtscheider Tellschützen-Gesellschaft.

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